Magdeburg/Köln l Eine Gesamtbilanz - "möglichst mit Sternchen", erhofft sich SCM-Trainer Roland Oesemann von den Meisterschaften in Köln. Soll heißen: neben Appelt und Hacker sollen sich auch Carina Böhlert (U 23) und Philipp Syring (U 19) für die Nationalteams empfehlen.

Festgelegt wurde die Marschroute Donnerstagmorgen. Ganz offiziell. Die SCM-Ruderer hatten die regionalen Medien zum "Regatta-Frühstück" eingeladen. Die vier Oesemann-Schützlinge hauten ordentlich rein und ließen sich die Brötchen mit Schnitzel und Spiegelei schmecken. Sie hatten sich die Stärkung allerdings redlich verdient, denn die erste Trainingseinheit war bereits Geschichte. Auch die Boote waren wieder blankgewienert und gut verpackt - bereit zum Abtransport nach Köln. Hier werden von heute bis Sonntag nicht nur die Meister in den Kleinbooten ermittelt. Zudem gilt es für die Asse, sich beim Frühtest auf der olympischen Distanz von 2000 Metern für die anschließenden Weltcups in Stellung zu bringen.

Die Stimmung bei den Magdeburgern vor der Abreise nach Köln war prächtig. Aus gutem Grund, alle vier haben die letzte Etappe der Vorbereitung ohne größere Probleme absolviert. Und so konnte auch Youngster Philipp Syring, der im Finale bei der Langstrecke Anfang April in Leipzig wegen einer Verletzung noch passen musste, wieder herzhaft lachen, als "Vorruderer" Marcel Hacker seinen Trainer mit einem Augenzwinkern aufforderte, er solle "nicht wieder alle unter Druck setzen".

Dabei hatte Oesemann zu den Zielen von Köln "nur" gesagt: "Es gilt an die Ergebnisse der Langstrecke anzuknüpfen. Ziel ist es, dass sich die ganze Trainingsgruppe für die jeweiligen Nationalmannschaften qualifiziert."

Nichts leichter als das?! Für Carina Böhlert, die sich die Teilnahme an der U-23-WM auf die Fahnen geschrieben und ein Auge auf den Doppelzweier geworfen hat, bedeutet das im Klartext: "Ich muss in Köln unter die ersten Sieben einkommen. Aber das sollte machbar sein".

Max Appelt und sein "Ruder-Zwilling" Philipp Syring marschieren im Gleichschritt Richtung Hamburg. Hier ermitteln die Junioren im August ihre Weltmeister. Wer dort letztendlich den prestigeträchtigen Einer fährt, ist Oesemann "ganz egal, Hauptsache ein Magdeburger". Appelt, der Sieger von Leipzig, meinte gestern vielsagend: "Mir ist das nicht egal, aber zunächst wollen wir in Köln die ersten beiden Plätze für uns entscheiden".

Mit 39 Booten weist der Männer-Einer das größte Teilnehmerfeld auf. "Das war nicht anders zu erwarten", sieht Abonnementsmeister Hacker dem Wettstreit gelassen entgegen. Für die Verteidigung seines Throns sei er "bestens gerüstet". Zwar betonte der WM-Dritte, dass "nach wie vor alles auf mein Fernziel, Olympiagold in Rio, ausgerichtet ist" - demnach die EM und WM 2014 nur Etappenziele seien, "aber natürlich geht der alte Mann auch in Köln an den Start, um zu gewinnen", so Hacker. Damit würde er sich selbst beschenken, am Mittwoch feiert der Blankenburger seinen 37. Geburtstag ...