Berlin l Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg hat am Sonntag wohl seine letzte Chance verspielt, vielleicht doch noch die Relegation zu erreichen. Der Club unterlag bei der U 23 von Hertha BSC mit 1:2 (1:1) und konnte so den Rückstand auf Spitzenreiter TSG Neustrelitz nicht verkürzen, der in Zwickau strauchelte.

FCM-Sportchef Mario Kallnik hatte vor der Partie im Jahnsportpark so eine Vorahnung: "Ich glaube, Neustrelitz verliert heute, aber wir müssen natürlich erst einmal unser eigenes Ding machen. Das wird schwer genug."

Harmlosigkeiten von FC Magdeburg und Hertha BSC II


Genauso kam es dann auch. Sowohl Hertha als auch der FCM überboten sich im ersten Abschnitt vor Harmlosigkeit. Die Begegnung war taktisch geprägt. Keiner wollte ins offene Messer laufen. Allerdings war nicht zu übersehen, dass der Club keinen richtigen Zugriff zum Spiel bekam, sich zahlreiche individuelle Fehler leistete.

Die einzige Möglichkeit in der Anfangsphase, ein 18-Meter-Freistoß von Rockenbach da Silva, vereitelte FCM-Torhüter Matthias Tischer (15.). Es dauerte bis zur 29. Minute, ehe die Gäste erstmals gefährlich wurden. Dabei wehrte Keeper Sascha Burchert einen Flachschuss von Christopher Reinhard zur ersten Ecke ab.

Beim Club machte sich nicht zuletzt das Fehlen von Routinier Lars Fuchs bemerkbar, der wegen seiner Sprunggelenksbeschwerden fürs Landespokalfinale gegen den Halleschen FC (14. Mai) zunächst geschont wurde.

Siefke schafft überraschenden Ausgleich für 1. FC Magdeburg


Nach 39 Minuten schlug es dann doch im Kasten von Tischer ein. Ein unhaltbar abgefälschter Schuss aus knapp 20 Metern von Maximilian Obst führte zum 1:0 für die "Hertha"-Bubis.

Ebenso überraschend kamen die Elbestädter noch vor der Pause zum Ausgleich. Der agile Christoph Siefkes tankte sich auf der rechten Seite durch, und seinen Rückpass hämmerte Reinhard ins linke Eck (43.).

Mit einem Tor, das alleine das Eintrittsgeld wert war, gingen die Gastgeber kurz nach dem Wechsel erneut in Führung. Kevin Stephan traf mit einem spektakulären Seitfallzieher (52.).

1. FC Magdeburg war im Abschluss "nicht brutal genug"


Trainer Andreas Petersen reagierte und brachte drei frische Kräfte. Auch Fuchs war nun dabei. Doch dem FCM lief die Zeit davon. Dennoch gab es mehrere hochkarätige Möglichkeiten, die zumindest noch für einen Zähler hätten reichen können, ja müssen. Die größte vergab der aufgerückte Kevin Nennhuber (Lattenkopfball).

Kommentar von Petersen: "Berlin war keine Reise wert. Wir haben hier unnötig etwas liegenlassen, waren im Abschluss nicht brutal genug. Ein Remis wäre verdient gewesen."

Hertha II: Burchert - Müller, Samson, Breitkreuz, Zingu (84. Scheel), Kiesewetter, Andrich, Obst (90. Ebot-Etchi), Regäsel, Rockenbach (81. Dem), Stephan

FCM: Tischer - Hammann, Nennhuber, Puttkammer, Lange, Siefkes, Reinhard, Sowislo (79. Steinborn), Viteritti (66. Schmunck), Beil (69. Fuchs), Beck

Schiedsrichter: Klemm (Gröditz). Zuschauer: 798. Tore: 1:0 Obst (39.), 1:1 Reinhard (43.), 2:1 Stephan (52.). Gelb: - / Hammann, Schmunck