Halberstadt l Die Fußball-Regionalliga Nordost entwickelt sich mit fortschreitendem Saisonverlauf zu einer spannenden Angelegenheit, zumindest im Abstiegskampf. Die Ergebnisse des 27. Spieltages eröffnen ganz neue Konstellationen und Möglichkeiten, denn theoretisch ist auch der Tabellenachte Viktoria Berlin noch nicht gerettet.

Germania Halberstadt trug mit dem 1:2 gegen den FC Carl Zeiss Jena ungewollt zu diesem knackigen Saisonfinale bei. Die Enttäuschung über das Ergebnis war vor allem bei VfB-Trainer Achim Hollerieth nicht zu übersehen. "Wir sind gut ins Spiel gekommen, haben viel probiert", blickte er auf die ersten 45 Minuten zurück, "dann kommt es wie so oft: Du hast die Chancen, aber der Gegner geht in Führung. Ob der Elfmeter berechtigt war, möchte ich nicht beurteilen."

In der Offensive hatte der 40-Jährige mehr von seiner Elf erwartet, "das hatte ich mir anders vorgestellt". Des einen Leid ist bekanntlich des anderen Freud, denn Jena-Coach Lothar Kurbjuweit wusste, dass die Germania nicht leicht zu knacken war. "Nach deren zwei Auswärtssiegen waren wir richtig gewarnt. Wir brauchten etwas Zeit, das 1:0 zur Pause machte vieles einfacher. Insgesamt war unsere Spielweise durchwachsen, so war einzig die individuelle Klasse Patrick Milchraums für den zweiten Treffer grundlegend."

Zuversicht für die letzten drei Spiele der Saison

VfB-Torschütze Sven Seitz hatte wenig Kritisches anzumerken. "Wir wollten im Prinzip an die Leistungen der letzten Spiele anknüpfen, das ist uns weitgehend gelungen". Seine Begründung für die Niederlage: "Wir haben das Ding einfach nicht untergebracht, ansonsten ist das eine Partie, die man gewinnen kann."

Kapitän Philip Schubert unterstrich in seinem Resümee diesen Gedanken: "Ehrlich gesagt, habe ich keinen großen Unterschied zu unseren zwei Auswärtssiegen gesehen: Wir haben mit Leidenschaft und Einsatz agiert. Flo Büchler hatte die Riesenchance zum Ausgleich. Fällt das 1:1, verlieren wir diese Begegnung sicher nicht." Halberstadts Spielführer geht zuversichtlich in die letzten drei Saisonspiele: "An der Situation hat sich grundsätzlich nicht viel geändert: Wir haben es weiter selbst in der Hand."

Auch Achim Hollerieth lenkte die Aufmerksamkeit schon auf die nächste Aufgabe, die mit Rathenow, das nun auch zu punkten angefangen hat, keineswegs einfacher wird. "Letzte Woche waren wir der große Gewinner und viele haben gesagt, wir sind durch. Es hat sich aber bestätigt, was ich diesen Leuten darauf geantwortet habe: Es bleibt ein Abstiegskampf bis zum Schluss."