Gute Nachricht für den SCM von Yves Grafenhorst. Der Linksaußen konnte
am Sonntag nach dem Spiel gegen Gummersbach zwar nicht mehr mit dem
linken Fuß auftreten. Eine funktionale Störung des Mittelfußes wurde
diagnostiziert. "Aber kein Problem: Es geht mir von Tag zu Tag besser",
erklärte Grafenhorst am Dienstag.

Magdeburg l Der Anruf bei Bartosz Jurecki am Dienstagnachmittag diente auch der scherzigen Nachfrage, wo man sich denn melden muss, um für sein "Tor des Monats April" zu stimmen. Jurecki hat erst kurz gestutzt, was auch der Tatsache geschuldet sein mag, dass er soeben seinen wohlverdienten Mittagsschlaf beenden musste.

Dann hat er gefragt, welches seiner insgesamt fünf Tore im April für den SCM zur Auswahl stünde. Die Antwort lautete: Jenes gegen den HSV Hamburg beim 33:25-Sieg am 15. April, als er den Ball mit der linken Hand ins Netz gekämpft hatte. "Ach das", meinte Jurecki nur.

SC Magdeburg mit drei Punkten Rückstand auf Melsungen

Allein sein Tonfall machte deutlich, dass ihm diese Ehrung der Bundesliga für den schönsten Treffer eines Monats nicht sonderlich wichtig ist. Immerhin wusste er, dass "ich zum ersten Mal in dieser Saison in diese Auswahl gekommen bin". Bis zum 16. Mai kann man für ihn voten.

Vielleicht ist ihm die Wahl auch herzlich wurscht, weil die Spiele nach dem HSV die Erinnerung an das Ereignis und an sechs Siegen in Folge verdrängten. Danach hat der SCM bekanntlich mit 24:28 bei der HSG Wetzlar verloren, und er ist zuletzt gegen Gummersbach über ein 25:25 nicht hinausgekommen.

Drei Punkte Rückstand auf Melsungen und damit auf den möglichen Europacup-Platz sechs sind es drei Spieltage vor Saisonende. Und bei Melsungen muss der SCM am Sonnabend (19 Uhr) antreten. Aber vorher wird noch Zielwasser getrunken - und vor allem "Taktik trainiert", wie Jurecki erklärte.

Jurecki: "Ich bin gesund, ich bin fit"

Bei der Pressekonferenz nach dem Gummersbach-Remis ist auch die Leistung des 35-Jährigen kritisch hinterfragt worden. Wörtlich hieß es: "Ist Bartosz Jurecki krank?" Der Sportliche Leiter des SCM, Steffen Stiebler, erwiderte in zwei Punkten: Jurecki hat im Winter nach seiner langen Verletzung und der EM keine Vorbereitung absolviert, und Jurecki sei nicht mehr der Jüngste. Aber krank sei er gewiss nicht.

Das konnte Jurecki am Dienstag lachend bestätigen: "Andere können denken, was sie wollen: Ich bin gesund, ich bin fit, und ich bin bereit, der Mannschaft zu helfen" bei der Operation sechster Platz, auch wenn es schwer wird. "Das war für uns noch nie eine einfache Aufgabe in der Rothenbach-Arena in Kassel. Melsungen spielt zu Hause sehr gut und sehr gefährlich."

Ob dieses Wissens sind die Dinge, die zuletzt fehlten, besonders gefordert: Aggressivität in der Abwehr, Tempo im Angriff, Sicherheit im Abschluss. 20 Fehlwürfe (davon zwölf 100-prozentige Chancen) hatte sich der SCM gegen Gummersbach geleistet. "Darüber haben wir uns auch gewundert", so Jurecki, "aber wir haben in der Mannschaft gut darüber gesprochen." Dann müssen den Worten nur noch Taten folgen. Und bestimmt wird auch für den Mai ein Tor des Monats gesucht. Jurecki kann sich gegen Melsungen wieder anmelden.