Berlin l Dass es zu einem gerüttelt Maß ausgerechnet Ruderer waren, die am 15. März 1914, also vor fast genau 100 Jahren, in Hamburg den Deutschen Kanuverband (DKV) gründeten, war eine der Randbegebenheiten des runden Jubiläums. Und es war mit Sicherheit kein Zufall, dass am Dienstagabend ausgerechnet in der Landesvertretung Sachsen-Anhalts beim Bund in Berlin Vertreter des Sportes ein Themenabend "Wassersport in Sachsen-Anhalt - 100 Jahre für den Kanusport" rund 80 Gäste in der Berliner Luisenstraße vereinte. Schließlich ist mit Thomas Konietzko (50) ein Wolfener seit 2010 DKV-Präsident.

Der umtriebige Unternehmer nahm den Abend zum Anlass zu verkünden, dass bei stetig wachsenden Mitgliederzahlen erst kürzlich das 120.000er-Limit erreicht wurde. In Sachsen-Anhalt paddeln 1200 Kanuten in 45 Vereinen.

Weltklasse-Canadierfahrer aus Magdeburg

Im Jahre 1916 gründeten nach Konietzkos Worten Ruderer von Germania Magdeburg die erste Kanu-Abteilung der Elbestadt. Aufschlussreich auch das historische Detail, dass in Deutschland nördlich der Main-Elbe-Linie die Canadierfahrer zu Hause waren, während südlich davon vorzugsweise Kajak gepaddelt wurde. Und weil Magdeburg an der Grenze dieser Linie liegt, brachten die Vereine der Region Weltklasse-Canadierfahrer wie auch Kajak-Spezialisten hervor. Aktive wie Mark Zabel, Björn Bach, Olaf Heukrodt, Andreas Ihle, Conny Waßmuth, Eckhardt Leue, sein Sohn Erik und zahlreiche Ungenannte trugen den Namen Magdeburgs in alle Welt.

Konietzki vergaß nicht, die zahlreichen Wassersport-Disziplinen zu nennen und vor allem das Wasserwandern als Teil des sanften Tourismus zu erwähnen. Renate Schult, Vorsitzende der Initiative des Landes Sachsen-Anhalt, "Blaues Band" zur Entwicklung des Wassertourismus in Sachsen-Anhalt, bezeichnete diese Kanu-Form als einen nicht zu unterschätzenden Wirtschaftsfaktor.