Magdeburg l Schon das Hinspiel hatte einen gewissen historischen Wert: Bei der 19:29-Klatsche des Handball-Bundesligisten SC Magdeburg gegen Melsungen pfiff es lautstart durch die Getec-Arena. Viele der 5200 Zuschauer riefen am 19. November "Carstens raus", manche mit vollster Inbrunst. Für den damaligen Trainer der Magdeburger, Frank Carstens, war die Niederlage der Anfang vom Ende seiner Dienstzeit, vier Wochen später zeigten die SCM-Verantwortlichen den Daumen nach unten.

Damals hatte Michael Roth, der Melsunger Coach, noch versucht, "eine Lanze für Frank zu brechen", wie er vor Journalisten nach dem Spiel erklärte. Damals herrschte Not beim SCM ob vieler Verletzungen "unersetzbarer Spieler". An diesem Sonnabend allerdings sind die Probleme der anderen auch Roth reichlich egal, an diesem Sonnabend will er mit seiner MT den sechsten Tabellenplatz vorzeitig festigen. Drei Spieltage vor Saisonende trennen Melsungen und den SCM drei Punkte.

Drei Melsunger Werfer angeschlagen


Ein Sieg gegen Magdeburg in der Rothenbach-Arena (19 Uhr) zu Kassel, und Melsungen spielt in der neuen Saison in Europa, aller Voraussicht nach wird Rang sechs zur Qualifikation für den EHF-Cup reichen. Das wäre tatsächlich historisch: Im neunten Bundesliga-Jahr würde Melsungen zum ersten Mal auf den Zug quer durch den Kontinent aufspringen. "Das wäre ein Meilenstein in der MT-Historie", bestätigte Vorstand Axel Geerken auf der Vereins-Homepage.

In Melsungen werden im Vorfeld der Partie noch ein paar Prozente zusätzlicher Spannung produziert. Mit Felix Danner (Kapselzerrung/94 Saisontore), Michael Allendorf (Achillessehnenschmerzen/204) und Johannes Sellin (Beckenprobleme/137) sind drei der vier besten Werfer in der internen Schützenliste angeschlagen. "Unser Ziel ist, die bestmögliche Besetzung zu diesem wichtigen Spiel ins Rennen zu schicken", erklärte Roth.

SC Magdeburg muss besser spielen als in Wetzlar


Das will auch Uwe Jungandreas. Allerdings musste der SCM-Coach im Training bislang auf Stefan Kneer und Michael Haaß (Lehrgang mit dem Nationalteam) verzichten. Yves Grafenhorst hatte ob seiner Mittelfußprobleme pausiert.

Jungandreas schaut derweil nicht mehr zurück auf die jüngsten Partien in Wetzlar (24:28) und gegen Gummersbach (25:25). "Für mich ist das abgehakt", so der Trainer. Solch eine Phase habe jedes Teams einmal, "was aber keine Entschuldigung sein soll". Die Ansage ist klar: In Melsungen muss der SCM ziemlich alles besser machen als zuletzt - und am 19. November.