Kassel (jb) l Der SC Magdeburg hat nach einem unglücklichen 31:31 (15:15)-Unentschieden am Sonnabendabend beim direkten Konkurrenten MT Melsungen nur noch eine Minimalchance auf den begehrten sechsten Platz.

Dazu müssten die 40 Sekunden vor Abpfiff mit 31:29-führenden Magdeburger, denen der Sieg durch einen umstrittenen Siebenmeter in der Schlusssekunde noch aus den Händen gerissen wurde, die beiden letzten Spiele der Saison gewinnen und zudem auf Schützenhilfe der Rhein-Neckar Löwen und Hannover Burgdorf hoffen. Doch die Wahrscheinlichkeit ist gering, dass Melsungen seine historische Chance, möglicherweise erstmals in der Vereinsgeschichte im Europapokal zu spielen, ungenutzt lässt.

Die Partie in der mit 4002 Zuschauern fast ausverkauften Kasseler Rotenbach-Halle war von der ersten bis zur letzten Sekunde hart umkämpft. So drehten die Magdeburger einen drei-Tore-Rückstand in der ersten Halbzeit (11:14/24. Minute) in eine 22:19-Führung (40.). In der hektischen Schussminute überschlugen sich die Ereignisse in dem Hexenkessel.

"Das ist nicht fair, das ist Betrug", wetterte Bartosz Jurecki. "ich fühle mich um den Sieg betrigen", war auch SCM--Präsident Dirk Roswandowicz enttäuscht. Steffen Stiebler, der Sportliche Leiter und Augenzeuge des Dramas um den umstrittenen und am Ende durch den Melsunger Michael Allendorf sicher verwandelten Siebenmeter erklärte: "Das waren schon ein paar komische Entscheidungen der Schiedsrichter zum Schluss. Wir haben erst einmal Einspruch eingelegt, alles aufgeschrieben, was in der Schlussminute passiert ist. Wir werden uns die Bilder noch einmal genau anschauen und dann entscheiden, wie es weitergeht."