Halle l Klatsch! Diese Backpfeife hat gesessen. Ausgerechnet vor dem Spiel des Jahres hat sich Drittligist Hallescher FC noch ein Negativerlebnis eingefangen, das er unbedingt vermeiden wollte.

Auch wenn alle Verantwortlichen nach dem 2:4 gegen Absteiger Wacker Burghausen zum Abschluss der Saison nur nach vorn auf das Finale im Landespokal gegen den FCM schauen wollten. Ganz so einfach war es nicht, zur Tagesordnung überzugehen. "Einige Spieler sollten in sich gehen und darüber nachdenken, welche Fehler sie am Mittwoch lieber nicht machen sollten", kritisierte Trainer Sven Köhler seine Mannschaft, ohne Namen zu nennen.

HFC-Kader erst spät komplett

Auch Präsident Michael Schädlich gefiel dieser Punktspielausklang nicht. "Diese Niederlage ist für die Grundstimmung auf jeden Fall suboptimal", meinte er vielsagend, um dann auf Galgenhumor zu machen: "Auch gut, dann haben wir wenigstens die Prämien gespart." Fakt ist: Die Rot-Weißen sind drauf und dran, sich eine erfolgreiche Saison noch kaputtzumachen.

Doch der Reihe nach. Der HFC war mit vier Niederlagen in Folge in das Spieljahr gestartet. So schlecht wie lange nicht. Die Saalestädter bekamen gleich zu Beginn der Saison die Quittung für eine rundum verkorkste Vorbereitung. Trainer Sven Köhler war mit gerade einmal der Hälfte des später 24 Spieler umfassenden Kaders im letzten Sommer ins Trainingslager gegangen. Fast jede Woche spielten neue Profis vor. Erst als die Punktspiele bereits liefen, wurde der Kader komplettiert.

HFC machte Glücksgriffe in der Winterpause

Mit dem 2:0 gegen Elversberg bekam der HFC im fünften Spiel dann endlich die Kurve, holte in der Hinrunde mit 24 Punkten sogar sechs Zähler mehr als im Vorjahr. Doch weil die ersten beiden Rückrundenspiele noch vor der Weihnachtspause verloren gingen, fanden sich die Rot-Weißen plötzlich auf einem Abstiegsrang wieder.

"Wir hatten dann mit den Verpflichtungen von Tim Kruse und Francky Sembolo zwei Glücksgriffe in der Winterpause, die entscheidend dafür waren, dass wir den Klassenerhalt vorzeitig geschafft haben", sagte Köhler. Am Ende war seine Mannschaft als Neunter mit 51 Punkten einen Platz und fünf Zähler besser als im Drittliga-Premierenjahr.

Und das Personalkarussell für die neue Saison hat bereits mächtig an Fahrt aufgenommen. Ersatztorwart Franco Flückiger, Kristian Kojola, Anton Müller und Philipp Zeiger wurden bereits offiziell verabschiedet. Gleiches wird mit dem verletzten Pierre Becken und Francky Sembolo geschehen. Als Neuzugänge wurden bislang Sascha Pfeffer (27/Chemnitz) und Dominic Rau (23/Aue) verpflichtet.