Magdeburg l Das Ende seiner Zeit im Team von Maximilian Arndt (Oberhof) hat Marko Hübenbecker in einem Gruppenchat im Nachrichtendienst "Whatsapp" verkündet. "Viel Spaß", hat er den Gefährten für die Zukunft gewünscht. Sie werden sich wiedersehen, Hübenbecker und die ehemaligen Mitstreiter - dann allerdings im Kampf gegen- einander.

Hübenbecker hat mit dem Oberhofer Arndt die Weltmeisterschaft gewonnen vor einem Jahr in St. Moritz, es war ein berauschendes Fest für die Crew, zu der Alexander Rödiger und Martin Putze gehörten. Die Vier sind nun nach der Olympia-Saison im Guten auseinandergegangen. Dabei war die Saison alles andere als gut, betont Hübenbecker, nicht nur aufgrund des sechsten Platzes im Vierer in Sotschi, auch aufgrund der Entwicklung hinter den Kulissen.

Arndt-Trainer Matthias Trübner hat die Schuld am Abschneiden letztlich auf den Hünen vom MSC geschoben: Hübenbecker sei nicht 100-prozentig fit gewesen, teilte er dem Internetportal "insuedthueringen.de" Ende April mit. Nicht mehr daran erinnert hatte der 58-jährige Coach an den doppelten Bänderriss, den sich Pilot Arndt zu Saisonbeginn zugezogen hatte. Auch nicht mehr erinnert hatte er an die Knieverletzung, mit der sich Anschieber Putze bis drei Wochen vor Olympia rumplagte.

Die negativen Ereignisse gipfelten darin, dass Trübner nach dem Weltcup Mitte Januar in Innsbruck einen schriftlichen Antrag an den Bob- und Schlittenverband stellte, Hübenbecker mit Kevin Kuske aus dem Team von Thomas Florschütz (Riesa) auszutauschen. "Durch diesen Antrag war die Stimmung so tief in den Keller gesunken, dass eine vernünftige Teamleistung nicht mehr möglich war", ist sich Hübenbecker sicher.

Und in Sotschi erlebte der 27-Jährige den nächsten Rückschlag, als ihn sein Vater Alfred noch vor jeglichem offiziellen Gespräch darüber in Kenntnis setzte, den Zweier mit Arndt nicht anschieben zu dürfen. Am Ende, sagt MSC-Trainer Norman Dannhauer, "waren alle nicht bei 110, sondern nur bei 98 Prozent, und dann reicht es nicht mehr für eine Medaille bei Olympia".

Die vielen Enttäuschungen einer einzigen Saison will Marko Hübenbecker nun ebenso hinter sich lassen wie Andreas Bredau. Der gebürtige Burger, der mit Florschütz angreifen wollte, hatte aufgrund einer Fraktur im rechten Fuß nicht nur die komplette Weltcup-Saison, sondern auch Olympia verpasst. "Aber heute sieht das bei Andreas im Training schon sehr gut aus", berichtet Coach Dannhauer.

Hübenbecker und Bredau (30) haben sich also für die Perspektive entschieden: Sie steigen zur neuen Saison in den Schlitten von Nico Walther vom BSC Riesa, der außerdem MSC-Mitglied ist. Der 23-Jährige ist in diesem Jahr Junioren-Weltmeister im Zweier geworden. "Meiner Meinung nach hat er die beste Perspektive für Olympia 2018", sagt Hübenbecker über das gemeinsame Ziel. Komplettiert wird das Team von Philipp Wotebo (SC Potsdam) und Birk Lösche (MSC).

"Das wird eine spannende Selektion", blickte Dannhauer auf die Weltcup-Qualifikation im kommenden Herbst voraus. Etablierte Piloten wie Florschütz, der noch sein Team sucht, Arndt, auch Manuel Machata (Stuttgart) sowie Francesco Friedrich (Oberbärenburg) müssen sich mit der jungen Garde mit Walther, Albrecht Klammer (Oberbärenburg) oder auch Benjamin Schmid (Königssee), der vom Magdeburger Fabian Heinemann und Kevin Korona (beide MSC) angeschoben wird, auseinandersetzen.

Hübenbecker trainiert dafür seit Anfang März. "Wenn wir es dieses Jahr nicht schaffen, dann greifen wir eben im nächsten Jahr an", baut er erst gar keinen Druck auf. "Wichtig ist, dass der Spaß am Sport zurückkehrt und wir als Team richtig durchstarten können."