Halle l Von Beginn an herrschte prächtige Stimmung im Erdgas-Sportpark, die Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff ebenso mitgerissen hatte wie das Spiel: "Das war das spannendste Pokalfinale, dass ich je in Sachsen-Anhalt gesehen habe", erklärte Haseloff. Innenminister Holger Stahlknecht hatte sogar ein Endspiel auf "Bundesliganiveau" und einen "Krimi" erlebt. Mit einem Sieger, der von Trainer Andreas Petersen hervorragend eingestellt worden war.

Denn der FCM versteckte sich nicht, wenngleich der HFC über weite Strecken die gedankenschnellere, spritzigere Elf war. Doch zu einem Treffer reichte es nicht, weil Keeper Matthias Tischer einen glänzenden Tag erwischt hatte und in manchen Situationen geradezu über sich hinauswuchs. So in der Anfangsphase, als er dem durchgebrochenen Akaki Gogia den Ball abjagte (11.) oder bei zwei Kopfbällen von Philipp Zeiger (21.) und Timo Furuholm (29.).

Halle leistet sich viele Fehler

Je länger die Partie dauerte, desto mutiger wurde der Außenseiter, bei dem unerwartet Morris Schröter in der Startformation stand. In der 40. Minute unterlief dem Hallenser Patrick Mouaya ein Handspiel im Strafraum, doch der Pfiff des Unparteiischen blieb aus. So ging es mit einem 0:0 in die Pause.

Nach dem Wechsel wurde es richtig dramatisch, weil der FCM gemerkt hatte, dass eine Überraschung durchaus im Bereich des Möglichen lag. Hinzu kam: Halle unterliefen viele Fehler, die ihnen im ersten Abschnitt nicht passiert waren. Oder wie HFC-Trainer Sven Köhler resümierte: "Wir sind nach der Pause ein wenig mutlos geworden."

HFC-Treffer nicht anerkannt

Nach gut einer Stunde hatten die Gäste den Torschrei schon auf den Lippen, doch Christian Becks Kopfball touchierte den Pfosten. Dann die 73. Minute: Nach einem Klasseangriff wurde Beck von HFC-Schlussmann Pierre Kleinheider von den Beinen geholt - Foulelfmeter.

Doch der "Sünder" machte seinen Fehler wieder gut und parierte den zu unplatziert getretenen Strafstoß von Nico Hammann. Besonders bitter: Er war der erste verschossene Elfer des Außenverteidigers in der Saison. Wenig später Aufregung auf der anderen Seite: Ein HFC-Treffer wurde wegen einer Abseitsstellung nicht anerkannt (80.).

Sowislo knallt das erste Tor rein

Längst hatte sich ein packender Pokalfight entwickelt, der Club seinen Respekt abgelegt. Ein Klassenunterschied war nicht mehr zu erkennen. Im Gegenteil: Magdeburg besaß sogar Vorteile, versäumte es jedoch, das möglicherweise goldene Tor zu erzielen. In der 85. Minute tankte sich noch einmal Furuholm durch, verfehlte im Strafraum jedoch das Ziel. So blieb es beim torlosen Unentschieden - Verlängerung.

Und da durften die Elbestädter dann endlich jubeln. Nach einer zu kurz abgewehrten Ecke vollendete Marius Sowislo zum 0:1 (96.). Lars Fuchs legte in der 115. Minute zum 0:2 nach, ehe die Partie für mehrere Minuten unterbrochen wurde, weil von der Tribüne Bengalos aufs Spielfeld geworfen wurden.

René Lange per Freistoß (120.) setzte dem großen Coup des starken FCM noch das Sahnehäubchen auf, was seinen Trainer nur zu diesem Resümee bringen konnte: "Zweiter Platz in der Regionalliga, Landespokal verteidigt: Das ist einfach eine Hammer-Truppe." Es war der zehnte Landespokal-Sieg einer FCM-Mannschaft seit 1991.