Magdeburg l Wie erwartet hat der SC Magdeburg das dritte Jahr in Folge die auflagenfreie Lizenz für die Handball-Bundesliga erhalten. Manager Marc Schmedt hatte im Zuge der Turbulenzen um den HSV Hamburg bereits am vergangenen Sonnabend in der Volksstimme gesagt, er gehe "zu einhundert Prozent" davon aus, die Lizenz ohne Wenn und Aber erteilt zu bekommen. Nunmehr erfolgte am Donnerstag, drei Tage vor dem letzten Heimspiel der Saison 2013/14 gegen den ThSV Eisenach (17.15 Uhr/Getec-Arena), die offizielle Bestätigung durch die HBL.

"Über die guten Nachrichten sind wir natürlich sehr froh. Die HBL hat unseren Weg gewürdigt, mit konsequentem Abbau der Verbindlichkeiten, kaufmännischer Haushaltsdisziplin und gesundem organischen Wachstum die Stabilität des Clubs wieder herzustellen", erklärte Schmedt, der zur Saison 2010/2011 die Geschäftsführung beim Bundesligisten übernommen hatte. "In einem schwierigen Umfeld ,Handball` haben wir die Sanierung des Vereins nunmehr nahezu abgeschlossen und können zukünftig aus einer gefestigten Position heraus agieren", so der ehemalige Banker, der allen Zuschauern, Fans und Sponsoren des SCM für ihre Treue und Unterstützung in guten wie in schlechten Zeiten Dank aussprach.

Allerdings sei der Lizenzerhalt nur eine Momentaufnahme, betonte Schmedt: "Es gilt nun zu entscheiden, ob wir hier in Magdeburg mit dem Erreichten zufrieden sind oder ob wir durch nochmalige Anstrengungen den Abstand zu den Top-Vereinen wirtschaftlich und dann in der Folge auch sportlich weiter verringern wollen." Auf jeden Fall setze man weiter auf die Nachhaltigkeit eines Traditionsvereins "als Alternative zu den mäzengeprägten Strukturen in vielen anderen Bundesligaclubs".

Einer jener angesprochenen Vereine, der HSV Hamburg, muss derzeit die Konsequenzen tragen, am Finanz-Tropf eines einzigen Großsponsors zu hängen. Die finanziell ins Schlingern geratenen Hanseaten haben als einziger Erstligist keine Lizenz erhalten. Die HBL begründete die Verweigerung der Spielgenehmigung damit, dass der Klub seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nicht nachweisen konnte. Gegen diesen Beschluss kann er innerhalb einer Woche Einspruch einlegen - und der HSV wird es. "Wir sind in Gesprächen und geben nicht auf", erklärte Geschäftsführer Holger Liekefett und kündigte eine schriftliche Beschwerde an.

Der amtierende Champions-League-Sieger, der mit einem Etat von 8,5 Millionen Euro in die aktuelle Saison gestartet war und dem nunmehr rund 2,5 Millionen Euro fehlen sollen, wurde über Jahre hinweg von Medizinunternehmer Andreas Rudolph unterstützt. Der inzwischen zurückgetretene Präsident führte den Verein seit 2005 durch den Einsatz von geschätzt etwa 25 Millionen Euro zum sportlichen Erfolg.