Magdeburg l Die Begeisterung im FCM-Block nach dem 3:0-Erfolg im Landespokalfinale beim Halleschen FC war echt. Weshalb dennoch zahlreiche Plastesitze aus ihrer Verankerung gerissen und zum Teil als Wurfgeschosse verwendet wurden, ist nicht nachzuvollziehen. Zumindest für den 1. FC Magdeburg dürfte das blinde Wüten einiger Fans zu unnötigen und noch nicht kalkulierbaren Kosten führen.

Das bestätigte am Montag Volkmar Laube auf Volksstimme-Nachfrage. Der Pressesprecher des veranstaltenden Fußball-Verbandes Sachsen-Anhalt (FSA) bestätigte jedoch, dass die Betreibergesellschaft der Halleschen Erdgas-Arena dem FSA jetzt eine Liste der beim Endspiel am Mittwoch entstandenen Schäden übersandt hat: "Wir haben aber selbst eine Foto-Dokumentation der Schäden erstellt und den voraussichtlichen Schaden parallel dazu unserer Versicherung gemeldet." "Zahlreiche Sitzschalen", so Laube, seien "kaputtgegangen".

Demolierte Sitze gegen auf Konto der FCM-Anhänger


Angesichts der Vorfälle in der Verlängerung des Endspiels, als im Block des Halleschen FC mehrfach Pyrotechnik abgebrannt sowie Raketen gezündet und in Richtung der Aktiven abgeschossen worden waren, hat Schiedsrichter Patrick Kluge (Zeitz) einen geharnischten Bericht verfasst. Auf dessen Grundlage wird, so informierte Laube, in den nächsten Tagen das FSV-Sportgericht in Aktion treten.

Die Sachlage zumindest scheint eindeutig zu sein: Während die in Stadien verbotene Pyrotechnik offensichtlich aus dem HFC-Block kam, gehen die demolierten Sitze eindeutig auf das Konto der FCM-Anhänger. Denn die Magdeburger Fans hatten die Stehplatz-Blöcke 6 und 11 sowie die Sitzplatz-Blöcke 7 bis 10 in der Erdgas-Arena belegt.

Schnelle Schadensregulierung nötig


Wegen der Verwendung von Pyrotechnik wird laut Laube nun "in alle Richtungen ermittelt". Neu für den Fußball-Landesverband sind nach den Worten des Pressesprechers jedoch "die erheblichen Sachbeschädigungen".

Der FSA befindet sich in einer terminlichen "Zwickmühle". Müssen doch die entstandenen Schäden möglichst zeitnah aufgenommen, beglichen und beseitigt werden. Zum anderen beginnt für den Halleschen FC bereits am Wochenende 25. bis 27. Juli die neue Drittliga-Saison - abgesehen vom Trainingsstart Anfang Juni und den dann anstehenden Testspielen. Laube: "Alle Beteiligten sind aus diesem Grund an einer schnellen Schadenregulierung interessiert."