Halberstadt l Germania Halberstadt kann für die vierte Saison in der Fußball-Regionalliga planen. "Wir bleiben definitiv drin", war am Sonnabend nach dem 2:3 gegen die TSG Neustrelitz die wichtigste Botschaft, die Achim Hollerieth verbreiten konnte. Halberstadts Trainer war während der 90 Minuten zuvor immer auf dem aktuellsten Stand, denn sein Mobiltelefon lag nur wenige Meter von ihm entfernt, um per Liveticker von den anderen Fußballplätzen der Regionalliga Nordost zu informieren. Sein sportlicher Leiter Stephan Grabinski sprach danach aus, was alle Verantwortlichen des VfB Germania durchlebten: "Das ist nicht schön, wenn man auf andere schauen muss."

Traurig: Die Halberstädter Fans müssen weiter auf den ersten Heimsieg des Jahres warten, jetzt sogar saisonübergreifend. Um gegen die in der Rückrunde offenkundige Heimschwäche anzukämpfen, hatte Angreifer Florian Büchler noch vor der Begegnung vorgeschlagen, "sich mit der Mannschaft in den Bus zu setzen, um das Gefühl eines Auswärtsspiels zu bekommen".

Ist Grabinski bei Heimspielen der Pechbringer?

Warum die Vorharzer zu Hause wieder eine Niederlage schlucken mussten, erklärte Hollerieth: "Gerade in der ersten Halbzeit haben wir nicht schnell genug in die Tiefe gespielt, es fehlte an Leidenschaft. Wir haben keine Zweikämpfe gewonnen, weil wir zu weit weg vom Gegner standen. Gegen ein Spitzenteam darf man sich das nicht erlauben." Zudem räumte der 40-Jährige ein, dass Fußball auch "zu 80 Prozent Kopfsache ist. Die Situation vor dem Spiel war ähnlich wie in den letzten Wochen: Wir gewinnen ein Spiel, schon fühlt sich der eine oder andere zu sicher, und es fehlen ein paar Prozentpunkte."

Grabinski macht sich Gedanken. "Immer, wenn ich im Stadion war, hat das Team verloren. Ich muss mir ernsthaft überlegen, wo ich mich ab der neuen Saison während der Heimspiele aufhalte." Ihn ärgerten vor allem die zahlreichen Fehler, "ich bin irritiert gewesen, was für einfache Dinge nicht funktioniert haben: Bälle wurden leichtfertig abgegeben, es wurde nicht abgesichert. Das alles gilt es schnellstmöglich abzustellen."

Einen Spieltag vor dem Saisonende dürften die Personalgespräche nach dem sicheren Klassenverbleib in die finale Phase gehen, machte doch ein Großteil des Kaders seinen Verbleib davon abhängig. Gestern Abend verlängerte das Brüderpaar Pascal und Jan Nagel beim Vorharzer Regionalligisten seine Verträge.