Zerbst l Weltpokalsieger, deutscher Meister, deutscher Pokalsieger, dazu Dritter im Finalturnier der Champions League und zum fünften Mal "Mannschaft des Jahres" in Sachsen-Anhalt - die Liste der Erfolge des SKV Rot-Weiß Zerbst in der Saison 2013/14 ist wieder immens lang. "Wir sind 15 Jahre kontinuierlich gewachsen. Jetzt fahren wir die Früchte ein", sagt Lothar Müller, treibende Kraft und Chef der Zerbster Sportkegler, der allerdings einräumt: "Über Platz drei in der Champions League habe ich mich maßlos geärgert. Im Halbfinale hatten wir einen rabenschwarzen Tag."

Immerhin bleiben den Rot-Weißen, die derzeit auch mit fünf Spielern bei den Weltmeisterschaften im tschechischen Brno vertreten sind (Volksstimme berichtete), leichte Steigerungsmöglichkeiten für die im September beginnende neue Saison. "Unser zehnter deutscher Meistertitel in Serie und der Pokalerfolg sind natürlich die Ziele. Und in Weltpokal und Champions League wollen wir wieder ins Finale" umreißt Müller die nächsten Herausforderungen.

Bewerkstelligen soll das eine unveränderte Mannschaft. "Natürlich haben wir mit unseren Erfolgen Begehrlichkeiten bei anderen Vereinen geweckt. Aber wir bleiben zusammen", erklärt der 60-Jährige, für den die Harmonie einer der entscheidenen Erfolgsfaktoren der Mannschaft ist und die auch die weitgereisten Boris Benedik und Uros Stoklas aus Slowenien sowie den Rumänen Cosmin Craciun (lebt in Dessau) immer wieder nach Zerbst ziehen.

Rot-Weiß Zerbst finanziell auf soliden Füßen


Forciert werden soll indes der Einbau junger, erfolgshungriger Spieler. Müller rechnet damit, dass nach der Mannschaftsweltmeisterschaft 2015 in Bayreuth der eine oder andere altgediente Spieler wie beispielsweise Torsten Reiser (37 Jahre) vor allem international etwas kürzer treten könnte. "Darauf bereiten wir uns langfristig vor", so Müller, der als "Nachfolger" Robert Heydrich (25) im Blick hat. Der gilt als hochkarätiges Talent, kommt aus der Region und hat im Weltpokal-Finale 2011 auch schon Akzente gesetzt. "Ihm fehlt aber die Kontinuität", so Müller, der in der neuen Saison auf den Durchbruch von Heydrich hofft.

Wirtschaftlich bewegt sich der Verein (zurzeit 110 Mitglieder) ebenfalls weiter auf äußerst soliden Füßen, versichert Müller. "Nach der Wirtschaftskrise mussten wir etwas Abstriche machen, aber seit drei, vier Jahren haben wir wieder einen stabilen Etat für die erste Mannschaft im sechsstelligen Bereich", so Müller. Und von Amtsmüdigkeit ist bei Lothar Müller, seit 1999 und damit von Beginn an der Lenker und Denker beim SKV, ist auch nichts zu spüren. 2015 sind wieder Wahlen - und eine Amtsperiode möchte der "Macher" noch dranhängen. Zeit genug, um die Zerbster Trophäensammlung ein wenig auszudehnen.