Halberstadt l Das letzte Saisonspiel hat Germania Halberstadt saft- und kraftlos mit 1:6 (0:3) abgegeben. So bleibt am Ende einer insgesamt sehr durchwachsenen Saison in erster Linie ein negativer Eindruck haften.

Germania, das den Klassenerhalt schon am vorletzten Spieltag sicherte, ist mit 61 Gegentreffern das abwehrschwächste aller Teams. Statt einen möglichen einstelligen Abschlussplatz zu sichern, ging es runter auf Rang 13.

Über die Art und Weise, wie sich die Vorharzer aus der Serie 2013/14 verabschiedet haben, herrscht vor allem innerhalb des Vereins Diskussionsbedarf. Denn: Noch am Morgen des Spieltages meldeten sich mit Maik Georgi und Malick Bolivard zwei Akteure krank, die den Verein verlassen werden. Den selben Schritt hatte einen Tag zuvor bereits Tino Schulze gewählt. Auch er wechselt im Sommer. "Das hinterlässt den Eindruck, als ob die Jungs nicht mehr mit ganzem Einsatz zur Germania stehen", kommentierte der sichtlich enttäuschte sportliche Leiter Stephan Grabinski.

Das heftige Unwetter über der Sternquell Arena war vor dem Anpfiff offenbar sinnbildlich zu verstehen. Mit knapp 30 Minuten Verspätung ging es los. Halberstadt war überhaupt nicht präsent, dem Großteil der nominierten Spieler fehlte es an der notwendigen Grundspannung. Erneut machte die Viererkette keinen sattelfesten Eindruck und in Plauen zeigte nun auch Torwart Pascal Nagel, wohl durch die Fehler seiner Vorderleute bedingt, ungewohnte Unsicherheiten.

Bereits beim 0:3 zur Halbzeit ging es um Schadensbegrenzung, aber auch die war spätestens beim 0:5 nach gut einer Stunde ad acta gelegt. "Ich verstehe nicht, wie man sich so vorführen lassen kann - das von einem Team, das nicht viel mehr Punkte als wir hatte", betrachtete Grabinski die 90 Minuten nach. "Statt fröhlich, frei aufzuspielen, schenkt man die Begegnung so ab. Aus Sicht eines Sportlers ist das völlig unverständlich." Grabinski hatte noch am Freitag vergeblich an die Ehre seiner Fußballer appelliert. Die Gelb-Roten Karten gegen Rico Steinhauer (55.) und Max Worbs (90.) setzten den Deckel auf die völlig verkorkste Vorstellung. Trainer Achim Hollerieth: "Mit einem Satz: Das war charakterlos."

Plauen: Birnbaum - Wagner, Wolf, Thönelt, Lietz (75. Frisch) - Landgraf, Färber - Wild, Schubert (70. Schindler), Sajbidor - Girth (70. Zimmermann)
Halberstadt: P.Nagel - Stojanovic Fredin, Schütze, Steinhauer, Labisch - Seitz, J.Nagel, Schubert, Gottschick - Büchler, Worbs
Schiedsrichter: Pawlowski (Berlin). Zuschauer: 720. Tore: 1:0 Girth (13.), 2:0 Girth (15.), 3:0 Wild (17.), 4:0 Lietz (57.), 5:0 Wild (62.), 5:1 J. Nagel (79.), 6:1 Sajbidor (80.). Gelb: Girth / J. Nagel. Gelb-Rot: Steinhauer (55./wdh. Foul), Worbs (90./Meckern)