Klettwitz/Oschersleben l Was hat der Toni Seiler nicht alles geschimpft über diesen desas-trösen Fehler des Konkurrenten: Er schmiss die Hände durch die Luft, er blickte furchterregend durch die Gegend - soweit seine freundlichen Augen das überhaupt zulassen. Der routinierte Seiler (Callaway Competition) war am Sonntag auf Punktekurs, der - Achtung - 58-Jährige führte mit seiner Corvette Z.06 das Verfolgerfeld im Kampf um Platz vier an. Und dann kam der forsche Maximilian Buhk (H.T.P. Motorsport), 21 Jahre, im Mercedes AMG SLS auf der letzten Runde in einer Linkskurve innen angerauscht und schoss sich und Seiler aus dem Rennen.

Dieses Drama bei der dritten Saisonveranstaltung im ADAC GT Masters auf dem Lausitzring hatte aber nicht nur diese beiden Pechvögel, sondern auch Glückskinder hervorgebracht: Der zweite BMW Z4 des Pixum-Teams Schubert aus Oschersleben mit Jens Klingmann und Max Sand-ritter im Cockpit fuhr dadurch auf Platz sechs und strich nach einem verkorksten Auftritt mit Ausfall im ersten Lauf am Sonnabend wenigstens acht Meisterschaftspunkte ein.

Freilich überstrahlt wurde dieses Resultat vom Sonntagssieg der hausinternen Konkurrenten Dominik Baumann und Claudia Hürtgen - dem ersten in der Saison und zugleich nach der ersten Pole Position der Saison. Und um ihren statistischen Erfolgen vom Wochenende noch Nachdruck zu verleihen: Bereits bei ihrem vierten Rang im Rennen am Sonnabend fuhren Baumann und Hürtgen auch die schnellste Runde auf dem 3,442 Kilometer langen Rundkurs - ebenfalls eine Saisonpremiere.

Der Erfolg der Kollegen konnte den 25-jährigen Sandritter allerdings nicht trösten: "Alles in allem war es für uns ein enttäuschendes Wochenende, wir waren langsamer als unser Schwesterauto, was uns natürlich nicht zufriedenstellen kann, weil dieses Fahrzeug unsere erste und wichtigste Referenz ist." Emotional berührt vom Erfolg war dagegen der sachliche Teammanager Stefan Wendl: "Die Erleichterung über den Sieg ist natürlich groß. Beide Fahrer haben an diesem Wochenende Glanzleistungen gezeigt." Und mit diesen schoben sich Hürtgen und Baumann auf Platz drei der Fahrerwertung mit jeweils 82 Punkten vor. Darüber konnte das Pilotenduo mit der Startnummer 19 nur jubeln: "Wir haben das Optimum aus unserem BMW herausgeholt", sagte die 42-jährige Hürtgen, die den Vorsprung von siebeneinhalb Sekunden beim Cockpit-Wechsel souverän verteidigt hatte.

Eine Corvette war übrigens auch beim Ausfall von Sandritter/Klingmann am Sonnabend beteiligt: Der Bolide hatte sich gedreht, weshalb sich Sandritter für ein Ausweichmanöver über die Wiese entschied. Und dann "hat das Gras den Kühler verstopft, der Motor hat überhitzt", berichtete er. Nach 10:29 Minuten war für die "Nummer 20" im Feld das leidvolle Rennen beendet. Es war nach dem Saisonauftakt in der "etropolis Motorsport Arena Oschersleben" bereits der zweite Ausfall in dieser Saison.

Für die Mechaniker hat indes das Rennen vor dem nächsten Start gerade erst angefangen: "Wir schauen jetzt, ob der Motor Schaden genommen hat, um in Spielberg wieder beide Fahrzeuge in perfektem Zustand an den Start zu bringen", erklärte Wendl. Die vierte Saisonveranstaltung auf dem Red-Bull-Ring steigt am 7./8. Juni.