Neustrelitz l Nicht nur die Verantwortlichen des 1. FC Magdeburg schauen am heutigen Mittwoch sicherlich gespannt gen Norden, wenn im Hinspiel zur Drittliga-Relegation Nordost-Meister TSG Neustrelitz den FSV Mainz 05 (Dritter Staffel Südwest, da SC Freiburg II verzichtet) erwartet. Nur die Sieger aus den insgesamt drei Relegations-Spielen schaffen den Sprung in den Profi-Fußball.

Möglicherweise werden die Spiele aber schon bald wieder überflüssig. "Es wäre wünschenswert aufgrund der gemachten Erfahrungen, wenn zum alten Modell mit drei Regionalligen zurückgekehrt werden würde", sagte DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig der "Sport Bild" (Mittwoch-Ausgabe).

2012/2013 hatte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) die Viertliga-Staffeln von drei auf fünf (Südwest, Bayern, West, Nord, Nordost) aufgestockt und die Relegation eingeführt. "Die Aufstockung auf fünf Regionalliga-Staffeln mit 90 Klubs statt vorher 55 Vereine führt zu einer Verwässerung des Spielniveaus", kritisierte Rettig nun. Leidtragende seien die Talente in den Reserven der Proficlubs. Für Rettig verträgt es sich zudem nicht mit dem sportlichen Selbstverständnis der DFL, dass die Meister nicht direkt aufsteigen.

Nordost-Meister Neustrelitz will den Aufstieg nun in der Relegation nachholen und setzt dabei vor allem auf die Heimstärke. 14 der 15 Viertliga-Partien konnte die Mannschaft von Ex-Nationalspieler Thomas Brdaric für sich entscheiden. 2500 Karten sind bisher schon verkauft.

"Die Chancen stehen 50:50, aber wir wollen mit einem Heimsieg den Grundstein für den Aufstieg schaffen. Ich bin sicher, der Trainer wird die Jungs perfekt einstellen", sagte TSG-Präsident Hauke Runge dem "Nordkurier". Allerdings bangt die TSG um ihren zuletzt verletzten Top-Torjäger Velimir Jovanovic. Für den Mainzer Routinier Michael Falkenmayer entscheidet sich der Aufstieg vor allem im Kopf: "Es wird entscheidend sein, dass die Einstellung stimmt."