Magdeburg/Danzig (dpa) l Dem emotionsgeladenen Kraftakt von Danzig folgten zwei Tage der Regeneration: Im Magdeburger Herrenkrug versuchten die Spieler des Deutschen Handballbundes (DHB), an den beiden Pfingstfeiertagen mit Lockerungsläufen und Physiotherapie neue Kraft und Spannung aufzubauen. Am Samstag kommt es in der Getec-Arena zum wichtigsten Spiel des Jahres für das Team von Bundestrainer Martin Heuberger. Nach der 24:25 (12:9)-Niederlage im WM-Qualifikationshinspiel in Polen muss ein Sieg mit zwei Toren Differenz gelingen. Der Kampf um das Ticket für die Titelkämpfe im Januar in Katar wird zur Nervenschlacht.

In dem für seine leidenschaftlichen Fans bekannten Magdeburger Handball-Tempel soll die Rückkehr auf die Weltbühne gelingen, nachdem die DHB-Auswahl sowohl bei Olympia 2012 als auch der EM zu Jahresbeginn gefehlt hatte. "Das Magdeburger Publikum ist im Rückspiel für drei bis vier Tore gut. Das Endspiel um die WM-Qualifikation haben wir uns erkämpft", sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning.

In Danzig hatte die Mehrzahl der 10 371 Zuschauer die Polen leidenschaftlich angefeuert. Doch nur in der Phase, als der vom deutschen Trainer Michael Biegler betreute Gastgeber die DHB-Auswahl nach 12:15 (37.) mit 19:16 (46.) scheinbar abgehängt hatte, verwandelten sie die Halle in einen Hexenkessel.

"Die Stimmung der polnischen Fans in Danzig war unglaublich - Hut ab, dass wir da wieder zurückgekommen sind", lobte der fünffache Schütze Michael Kraus das Publikum ebenso wie die eigene Mannschaft. Über weite Strecken der Partie hatte Heubergers Team die Nase vorn. Beim 10:5 (19.) betrug der Vorsprung sogar fünf Tore. "Das Match ist offen. Ich bin mir sicher, dass wir mit unseren Fans im Rücken in Magdeburg ein richtig gutes Spiel erleben werden und die Polen bezwingen", verkündete der Bundestrainer.

Flensburgs Holger Glandorf, in Danzig dreimal erfolgreich, und der Göppinger Kraus warnten jedoch davor, das trügerisch gute Ergebnis als halbe Miete für die WM-Teilnahme zu werten. "Wir dürfen uns nicht zu früh freuen. Das wäre der größte, Fehler, wenn wir das jetzt auf die leichte Schulter nehmen", sagte Glandorf. Und Kraus meinte: "Das ist natürlich ein sehr, sehr gefährliches Ergebnis. Aber die Polen müssen sich größere Gedanken machen als wir."