Magdeburg l Regeneration war angeordnet, Fahrrad sind sie gefahren: Die Männer des Deutschen Handballbundes (DHB) haben sich am Montag von der wütenden Hitze nicht aufhalten lassen, sie sind zum Magdeburger Europafest geradelt oder ins Freibad. Sie wollten "mal an etwas anderes denken als Handball", sagte Bundestrainer Martin Heuberger am Dienstag im Herrenkrug-Hotel.

Handball begann dann am Nachmittag, das erste Training in Vorbereitung auf das Rückspiel im WM-Playoff gegen Polen, das am kommenden Sonnabend in der Getec-Arena ausgetragen wird (15.15 Uhr). Die Einzigen, die dann erfolgreich wüten sollen, sind Heubergers Männer und deren Fans. "Wir wollen unsere riesige Chance wahrnehmen", stellt der Coach klar.

Bei Gleichstand direkt ins Siebenmeter-Werfen


Heuberger, Bundestrainer seit 1. Juli 2011, trinkt seinen Kaffee mit Milch - und nicht geschüttelt, sondern gerührt. Am Sonnabend ist es für ihn erneut ein Höhepunkt seiner schwierigen Mission, zu der auch eine verpasste Olympia- und EM-Teilnahme zählen. "Für mich ist es immer die gleiche Arbeit", erklärt er entspannt. "Ich werde mich wie vor jedem Spiel auch auf Polen gewissenhaft vorbereiten. Für den DHB ist es natürlich ein ganz besonderes Spiel."

Das besondere Spiel hat die Besonderheit, dass es bei Gleichstand keine Verlängerung geben wird. Nach der 24:25-Niederlage im Hinspiel in Danzig und bei einem deutschen Sieg mit diesem Ergebnis schreiten die Hünen beider Teams sogleich zum Siebenmeter-Werfen. Mit diesem Gedanken will sich Heuberger aber nicht befassen: "Ich lasse deshalb nicht gesondert Siebenmeter üben." Bei allen anderen Ergebnissen mit einem Treffer Abstand tritt die Auswärtstorregel in Kraft.

Heuberger will gar nicht rechnen, er will mit zwei Toren gewinnen und zur WM 2015 in den Katar reisen. Das wäre wohl das schönste Geschenk zu seinem 50. Geburtstag, den er am 5. Juni feierte.