Magdeburg l Die Chancen, am Sonnabend im brodelnden Hexenkessel der ausverkauften Getec-Arena sich als großer Gewinner zu fühlen, bezifferte Uwe Gensheimer beim letzten offiziellen Pressetermin für das DHB-Team am Donnerstag im Magdeburger Herrenkrug-Hotel auf "50:50" ein. Haargenau dieselbe Einschätzung traf der Kapitän bereits vor dem Spiel in Polen. Bekanntlich lag der Linksaußen damit fast richtig, ging die Partie doch gerade mal mit einem Tor verloren (24:25).

Und nichts anderes als ein "Tanz auf der Rasierklinge" ist auch in Magdeburg zu erwarten. "Vor uns liegt noch einmal ein hartes Stück Arbeit, aber wir hoffen, dass wir es am Ende den Frauen, die bereits am Mittwoch alles für die EM klargemacht haben, nachmachen und uns für die WM qualifizieren", sagte Gensheimer.

Probleme mit der offensiven Deckung der polnischen Mannschaft

Nötig ist dafür ein Sieg mit zwei Toren mehr als Polen. Das hört sich nicht nur machbar an, sondern ist es auch in den Augen von Bundestrainer Martin Heuberger. Seine Mannschaft sei gerüstet und müsse an die erste Halbzeit in Polen anknüpfen, und ansonsten nur noch an ein paar Stellschrauben "zuppeln" - die da wären: "Bei eigener Überzahl hatten wir einige Probleme mit der offensiven Deckung der Polen. Das müssen wir diesmal besser lösen. Und wir müssen an der Chancenverwertung arbeiten. Da haben wir zu viele Bälle liegengelassen und müssen die Effektivität im Tempospiel erhöhen", erläuterte Heuberger seinen Masterplan.

Dass dieser empfindlich durchkreuzt werden könnte, wenn die im Hinspiel verletzungsbedingt fehlenden Stars der Polen, Bartlomiej Jaszka und Krzysztof Lijewski, wider Erwarten doch noch rechtzeitig fit werden, interessierte Heuberger offensichtlich herzlich wenig: "Wir haben ohnehin keinen Einfluss auf den polnischen Kader. Es ist auch egal, wer da auf der Platte steht, alle haben ihre Qualitäten. Wir schauen nur auf uns."

Worauf Heuberger und sein Team aber sehrwohl Einfluss haben, das ist die Stimmung in der Halle. Mit diesem Pfund zu wuchern, legt auch Ex-Kapitän Olliver Roggisch den Spielern ans Herz: "Magdeburg wurde nicht zufällig ausgewählt. Wir wissen, wie es hier zugehen kann", sagte Roggisch. "Es muss uns gelingen, dass der Funke schnell überspringt, der Rest kommt dann von ganz alleine."