Magdeburg l Er war am Samstagabend in Magdeburg mit sieben Treffern und als eiskalter Vollstrecker in der hitzigen Schlussphase der Matchwinner der Polen, doch auch im Erfolg blieb "Maschine", wie Karol Bielecki schon zu seinen Magdeburger Handball-Zeiten (2004 bis 2007) genannt wurde, bescheiden. "Ich bin froh, dass wir es geschafft haben. Es war eine tolle Mannschaftsleistung, und ich freue mich, dass ich etwas zum Sieg beitragen konnte", erklärte er nach dem 29:28-Sieg im WM-Playoff gegen Deutschland.

Der Rückraumlinke, der 2010 das linke Augenlicht verloren hatte und beim polnischen Meister KS Vive Targi Kielce nicht gerade seine beste Saison hinter sich hat, fand ausgerechnet im alles entscheidenen Playoff-Rückspiel in Magdeburg zu seiner Form zurück. Einer, der es geahnt hatte, war der Ex-Magdeburger Michael Jahns. Der hatte bereits vor der Partie orakelt: "Wenn Karol erst mal ins Ballern kommt, ist er nicht aufzuhalten. Den müssen die Deutschen irgendwie in den Griff bekommen."

Einer, der es offensichtlich gewusst hat, zu was der Zwei-Meter-Riese fähig ist, war auch Trainer Michael Biegler. "Der ist ein Fuchs, ,Biegel` hat die letzte Woche der Vorbereitung ganz auf Karol zugeschnitten. Genial, wie sein Plan aufgegangen ist", jubelte Bieleckis Teamgefährte und SCM-Kreisläufer Bartosz Jurecki.

Bielecki selbst sah ebenfalls im Trainer den großen Gewinner: "Es war sicher ein großer Vorteil, dass Biegler die Deutschen so genau kennt." Auf die Frage, bei welchem Spielstand er gewusst hat, dass sie es schaffen, antwortete er: "Der Glaube an einen Sieg war von Anfang an da. Ich habe keine Sekunde gezweifelt." Auch die hitzige Atmosphäre habe ihm keine Angst machen können: "Ich wusste was mich erwartet, für mich war es ein ganz normales Spiel."