Magdeburg l Bis zum Schluss mussten die Fußballerinnen des Zweitligisten Magdeburger FFC um den Klassenerhalt bangen, doch am Ende war der Jubel groß und das Ziel, auch im fünften Spieljahr zu den 36 besten Frauenteams in Deutschland zu gehören, erreicht.

Den Ausschlag dürfte nach dem blamablen 1:4 gegen Werder Bremen II am 16. März der Trainerwechsel gegeben haben. Das Präsidium trennte sich von Christian Kehr. Assistent Jens Schulze blieb im Amt und unterstützte fortan B-Juniorinnen-Coach Steffen Scheler, der nunmehr zwei Mannschaften zu betreuen hatte. In den verbleibenden acht Partien blieb der MFFC ungeschlagen (!), schaffte dabei drei Siege und fünf Remis und wurde schließlich noch Tabellenachter.

"Es war ein gravierender Sinneswandel festzustellen. Plötzlich steckte Teamgeist in der Truppe, die selbst ein 1:3 gegen Herford noch wettmachte", bilanzierte Präsident Karl-Edo Fecht und rechtfertigte noch einmal den Trainerwechsel: "Christian Kehr hat vielleicht die Anforderungen der 2. Liga unterschätzt. Wir hatten ihn mehrfach aufgefordert, an der Athletik und Schnelligkeit zu arbeiten, doch es änderte sich nichts. Nach 70 Minuten war die Mannschaft meistens platt." Ferner gab es, so Fecht, immer wieder Spannungen zwischen Trainer und Team.

Schwierigkeiten bei der Trainersuche

Doch neue Probleme haben die Freude über die Rettung längst verdrängt, sind doch die personellen Veränderungen gravierend. Gleich fünf Spielerinnen (Eva-Lotta Ravn, Julia Gornowitz, Jacqueline Cruz, Johanna Kaiser und Verena Volkmar) verlassen den MFFC, zudem setzt Scheler als Chef des Landesleistungszentrums seine Doppelfunktion nicht fort.

Während Fecht glaubt, dass die aufrückenden Spielerinnen aus dem eigenen Nachwuchs die Lücke in der Mannschaft schließen können und, ganz wichtig, der Wechsel einer Torhüterin aus Sachsen klappt, ist bei der Trainersuche guter Rat teuer. Der Club findet keinen Coach mit der erforderlichen A-Lizenz. Derzeit deutet vieles auf eine interne Lösung mit Schulze hin, der aber "nur" die C-Lizenz besitzt und der Verein wegen der fehlenden Zulassung laut Fecht eine Geldstrafe an den DFB zahlen müsste.

Apropos Geld: Der MFFC, dessen Etat 2014/15 wieder bei rund 80.000 Euro liegt, muss auch in Zukunft kleine Brötchen backen, kämpft um jeden Sponsor und hat als Saisonziel erneut den Klassenerhalt ausgegeben.