Aiguebelette/Magdeburg l Der Trainer und sein Schützling haben sich für die Unabhängigkeit entschieden. Sie nutzten am Mittwoch weder Zug noch Flugzeug, um die zweite Weltcup-Station der Saison in Aiguebelette (Frankreich) zu erreichen. Roland Oesemann und sein Ruderer Marcel Hacker vom SC Magdeburg fuhren Auto: Zehn Stunden benötigten sie für 1100 Kilometer. "Um 18 Uhr sind wir angekommen", berichtete Hacker. Zum richtigen Zeitpunkt sogar, das schwere Gewitter mit Orkanböen an jenem Tag hatte sich gerade verzogen. Und seitdem scheint die Sonne.

Über die Vorhersage auf das Wochenende hat sich Hacker am gestrigen Donnerstag nicht erkundigt, das Wetter ist beim Blick auf die Starterliste im Einer nur allzu nebensächlich. 28 Boote haben gemeldet, darunter die komplette Weltspitze mit Mahé Drysdale (Neuseeland) oder mit Ondrej Synek (Tschechien). "Ich freue mich auf die Herausforderung", sagte Hacker. Während er sich mit Synek zuletzt bei der Europameisterschaft in Belgrad ein packendes Rennen geliefert und letztlich Silber gewonnen hatte, trifft er zum ersten Mal in diesem Jahr auf London-Olympiasieger Drysdale.

Dafür hat sich der 37-Jährige und sein Trainer nicht explizit vorbereitet, "weil man sich nicht auf jeden Wettbewerb besonders vorbereiten kann". Zudem hatte ihm der EM-Kampf gezeigt, "dass ich meiner Leistung vertrauen kann". Und nicht zuletzt "haben wir noch ein wenig Zeit bis zur WM", so Hacker. Die wird vom 25. bis 31. August in Amsterdam (Niederlande) ausgetragen.

Mit Aiguebelette verbindet Marcel Hacker übrigens sehr gute Erinnerungen. Vor 17 Jahren gewann er dort WM-Silber im Doppelvierer - es war seine erste Medaille in der Elite überhaupt. Die Namen der Protagonisten haben sich seitdem freilich geändert.

Wenn also heute die Vorläufe starten um 11.15 Uhr, dann zählen zu den Teilnehmern neben Hacker und Synek der Brite Alan Campbell, Angel Fournier (Kuba) und Roel Braas (Niederlande) - diese fünf Hünen ruderten auch im WM-Finale 2013 in Chungju (Südkorea).