Braunschweig/Magdeburg l Die deutschen Leichtathleten haben ihrem Heimspiel in Braunschweig die Krone aufgesetzt: Zum zweiten Mal nach 2009 wurde das DLV-Team zum Mannschafts-Europameister gekürt. Angeführt von Kapitän Robert Harting, der mit gutem Beispiel voranging und den Diskuswurf mit 67,64 Metern gewann und so maximale zwölf Punkte beisteuern konnte, gewann Deutschland nach 40 Einzelentscheidungen mit 371 Punkten vor Russland (359,5) und Frankreich (295).

"Der Sieg ist eine Botschaft für Zürich. Wir können selbstbewusst und optimistisch dorthin fahren. Nicht nur die Leistungsträger haben überzeugt", kommentierte DLV-Sportdirektor Thomas Kurschilgen den Erfolg.

Insgesamt hatte es bei dem zweitägigen Kopf-an-Kopf-Rennen mit Titelverteidiger Russland zehn deutsche Einzelsiege gegeben. Am ersten Wettkampftag war es vor allem 5000-Meter-Spezialist Arne Gabius (13:55,89 Minuten), der die Zuschauer im gut gefüllten Eintracht-Stadion mit einer starken Vorstellung buchstäblich von den Sitzen gerissen hatte. Der "Self-Made-Man" konterte unter frenetischem Jubel von den Rängen den Angriff des Spaniers Jesus Espana auf der Zielgeraden erfolgreich. "Die letzten Zentimeter hat der Heimvorteil herausgekitzelt", sagte der 33-jährige Tübinger. Zudem hatten zum Auftakt des Vergleichs der zwölf stärksten Leichtathletik-Nationen Europas auch Kugelstoßer David Storl (21,20 m) und Weitspringer Christian Reif(8,13 m) Siege gefeiert.

Am gestrigen Sonntag gab es dann die Überraschungserfolge, die das DLV-Team insgeheim erhofft hatte, um die Russen auf Abstand zu halten: Speerwerfer Andreas Hofmann (22) ließ mit der persönlichen Bestweite von 86,13 Metern ebenso aufhorchen wie der gleichaltrige Youngster Timo Benitz über 800 Meter (1:46,24 min). Mit Weitsprung-Siegerin Malaika Mihambo (20) glänzte auch das Team-Küken. Der Mannheimerin gelang ein Riesensatz auf 6,90 Meter. Und auch den Sieg von 3000-Meter-Läufer Richard Ringer (7:50,99 min) hatte wohl kaum jemand auf der Rechnung - dann schon eher die Erfolge von Hammerwurf-Weltrekordlerin Betty Heidler (74,64 m) und Kugelstoß-Vizeweltmeisterin Christina Schwanitz (19,43 m).

Als der Magdeburger Thomas Schneider als Schlussläufer der 4x-400-Meter-Staffel ins Rennen ging, stand der Gesamtsieg der deutschen Mannschaft bereits fest. Nichtsdestotrotz legte sich der 25-Jährige, der den Staffelstab als Vierter übernommen hatte, noch einmal richtig ins Zeug und sicherte im Endspurt in 3:03,18 Minuten Rang drei hinter Russland und Frankreich.