Magdeburg l Nico Bettge, erfolgreichster Magdeburger Kanu-Slalom-Spezialist, ist zweifacher Weltmeister. Die großen Erfolge des 34-jährigen Bundespolizisten liegen allerdings schon drei und acht Jahre zurück. Doch der Canadierfahrer will es noch einmal wissen. Zwei Jahre vor den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro 2016 schickt sich der Blondschopf zum Angriff auf die Bastionen seiner Sportart an. Nicht jedoch im gewohnten Einerboot, sondern im Zweier mit dem Leipziger David Schröder.

Seit Jahresbeginn paddeln Schröder/Bettge bei den bedeutendsten Wettfahrten nun schon gemeinsam. Schröders langjähriger Partner Frank Henze hatte seine sportliche Laufbahn beendet. Der Sachse und der Sachsen-Anhalter haben aber ein Problem: Der Deutsche Kanu-Verband (DKV) verfügt über drei starke, seit Jahren gewachsene Canadier-Zweier. Schröder/Bettge sind nach sechs gemeinsamen Monaten derzeit die Viertbesten.

"Kein Problem", ist sich Henrik Bettge, Vater und Trainer seines Filius`, sicher. "Beide sind nach einem halben Jahr gemeinsamen Trainings in der Weltspitze angekommen." Es fehle dem Duo lediglich noch an Fahr-Rhythmus und Abstimmung. Das unterstreichen die Resultate der bisherigen drei Weltcups. Schröder/Bettge rangieren in der Addition der Punkte hinter Anton/Benzien (Leipzig/3.), Behling/Becker (Schkopau/7.) und den jetzt für den BSV Halle startenden Ex-Magdeburger Zwillingsbrüdern Müller/Müller (10.) auf Rang zwölf der Gesamtwertung.

"Weil der DKV festlegt, dass beide Starter in einem Zweierboot dem gleichen Landesverband angehören müssen, hat Nico ein Zweit-Startrecht für den Leipziger KC erworben", erläutertet Henrik Bettge das Reglement. "Mein Heimatverein ist und bleibt aber der Kanu-Club Falke Magdeburg", erklärt Nico Bettge und fährt fort: "Ich lebe und trainiere in Magdeburg die Hälfte meiner Trainingszeit." Als Bundeskader stünden ihm aber auch mehrmals wöchentlich Trainingszeiten auf dem Markkleeberger Kanal zur Verfügung, "optimale Bedingungen".

Michael Trommer, Chef-Bundestrainer der Slalom-Kanuten, hält große Stücke auf den Magdeburger: "Schröder/Bettge müssen sich gegen die deutschen Top-Drei durchsetzen. Ihnen fehlt allerdings noch die Konstanz." Trommer ist erfreut angesichts des Konkurrenzdrucks im eigenen Lager: "Wir haben für Olympia nur einen C-II-Startplatz. Da ist es schwerer, sich im eigenen Land durchzusetzen, als eine Olympiamedaille zu holen."