Magdeburg l Das überarbeitete Angebot des alten Trikotsponsors für 2014/15 hatte der FCM abgelehnt. Sportchef Mario Kallnik zur Trennung von "eab solar": "Es war weniger als die Hälfte der bisherigen Summe." Nach Volksstimme-Informationen hatte das Unternehmen aus der Solarbranche in den vergangenen beiden Spielzeiten jeweils 100 000 Euro gezahlt und nun eine Offerte von 40 000 Euro abgegeben.

Doch es gestaltet sich schwierig, adäquaten Ersatz zu finden. Das liegt auch daran, dass, wie es Präsident Peter Fechner ausdrückte, "wir die Marke FCM nicht unter Wert verkaufen wollen". Die Vorstellung der Verantwortlichen liegt bei 120 000 Euro für 2014/15. Für Kallnik keineswegs zu viel. "Wir haben in den vergangenen beiden Jahren einen großen Schritt nach vorne gemacht. Das sollte sich auch finanziell bemerkbar machen." Und: "In der dritten Liga wird es deutlich teurer." Beispiel: Dynamo Dresden hat gerade einen Vertrag mit der Feldschlößchen-Brauerei für 300 000 Euro abgeschlossen.

Einher geht die Trikotsponsorsuche für den 39-Jährigen mit einer grundsätzlichen Entscheidung: "Wenn es uns nicht gelingt, ist das auch eine Botschaft. Dann muss man offen darüber reden und sich notfalls damit abfinden, dass Leistungsfußball in Magdeburg nicht gewollt ist." Kallnik geht allerdings nicht davon aus, dass dieses Szenario tatsächlich eintritt und "die Symbiose zwischen Wirtschaftlichkeit und sportlicher Leistungsfähigkeit, wie sie der FCM praktiziert, zum Erfolg führt".

Und auch Fechner ist "optimistisch, dass wir einen Partner finden". Der 59-Jährige räumte jedoch ein: "Auch wenn wir uns nun wahrlich nicht zu verstecken brauchen und für die Wirtschaft interessant sein müssten, spielen wir ,nur` in der Regionalliga. Das macht es nicht gerade einfacher. In der dritten Liga sähe das anders aus. Da wären wir in ganz Deutschland unterwegs und nicht zuletzt wegen der höheren TV-Präsenz auch für überregionale Sponsoren interessant."

Namhafte hiesige Firmen, die den Club unterstützen könnten, sind dagegen rar gesät. Ein möglicher Kandidat wäre FAM (Magdeburger Förderanlagen und Baumaschinen GmbH). Noch dazu, weil deren Geschäftsführer Lutz Petermann Aufsichtsratsvorsitzender beim Club ist. Das Problem: FAM wickelt fast alle Geschäfte übers Ausland ab. Was bringt da Werbung auf der Brust eines deutschen Viertligisten?

Eine andere Frage lautet: Was passiert, wenn alle Gespräche scheitern, zumal der Verein das Trikotsponsorgeld bereits im Etat fest eingeplant hat? Fechner gibt Entwarnung: "Wir gehen deswegen nicht unter. Es gibt keine direkte Abhängigkeit."