Magdeburg l "Tempo, Tempo!" "Links, rechts, Hand, Fuß - der Ball muss schnell laufen!" Geir Sveinsson drückte bereits bei der ersten Trainingseinheit in der schwülen Luft der Getec-Arena auf die Tube. Angesichts bereits nach kurzer Zeit klitschnasser Trikots und nach Atem ringender Spieler war Steffen Stiebler gestern Nachmittag sicher ganz froh, beim ersten Training unter dem neuen isländischen Coach nur die Zuschauerrolle inne zu haben.

Die Zeiten, dass den einstigen Kapitän und Abwehrchef des SCM die knüppelharte Vorbereitung den (Angst-)Schweiß auf die Stirn getrieben hat, gehören definitiv der Vergangenheit an. In seiner neuen Funktion als Sportlicher Leiter stellte der 42-Jährige zum Status quo am Tag 1 der sechswöchigen Schufterei fest: "Alle Spieler haben sich gesund und munter aus dem Urlaub zurückgemeldet. Und alle hatten bei der Begrüßung ein Lächeln im Gesicht. Das ist ein gutes Zeichen."

Es sollten noch weitere folgen: So zum Beispiel, dass Top-Schütze Robert Weber nach wie vor "tor-geil" ist. Der Österreicher, wer auch sonst, erzielte den ersten Treffer der Saison - mit links. Allerdings beförderte der "Spieler der Saison" den Ball per Fuß ins Tor zum 1:0 für die Mannschaft "Alt" beim obligatorischen Aufwärm-Kick gegen "Jung". Zudem nahm Stiebler wohlwollend zur Kenntnis, dass sich die drei neuen Spieler gleich richtig reinhängten. Das nigelnagelneue Trainings-Trikot des bulligen Jacob Bagersted hielt schon der ersten Angriff-Abwehr-Übung nicht stand.

Bestand hatte zu diesem Zeitpunkt bereits eine Entscheidung des neuen Trainers: Sveinsson hatte seine Ankündigung in der Volksstimme wahrgemacht und Fabian van Olphen zum Kapitän ernannt. "Wir haben am Dienstag schon mal zusammengesessen und geredet. Es war ein sehr lockeres, sehr entspanntes und angenehmes Gespräch, so dass ich durchweg positiv in die Vorbereitung auf die neue Saison gehe", gab der 33-jährige Abwehrchef seine ersten Eindrücke wieder.

Das Tragen der Kapitänsbinde ist van Olphen, der seit 2006 beim SCM spielt und bereits ein Jahr später erstmals (demokratisch) zum Chef gewählt wurde, zur liebgewonnenen Gewohnheit geworden. Immerhin ist Sveinsson bereits der siebte Trainer des SCM, der ihn mit dem verantwortungsvollen Amt betraut. Und das will er auch weiterhin "mit Würde, Stolz und großer Verantwortungsbewusstsein" ausüben.

Trotz der Routine gibt van Olphen zu, dass es "immer wieder aufregend ist, wenn ein neuer Trainer vor der Mannschaft steht. Vor allem die erste Kennenlernphase ist spannend. Da fragt man sich schon, was ist das für ein Typ? Auf welche Art und Weise wird trainiert, welche eigenen Ideen bringt er ein oder wie geht er mit uns Spielern um?"

Ein neuer Coach bedeute zwar auch immer ein neues Konzept, auf das es sich erst einmal einzustellen gilt, so van Olphen. "Aber so ein Neuanfang hat auch sein Gutes. Alle Spieler starten bei Null, jeder hat die gleiche Chance, und jeder muss sich seinen Platz erst wieder neu erkämpfen."

 

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