Wernigerode (jmo/ige) l Zu Beginn der Partie deutete wieder einmal vieles darauf hin, dass sich die Gastgeber in diesem Prestigeduell selbst im Wege standen. Gleich beim ersten Kickoff der Gäste fühlte sich kein Bergtiger verantwortlich, den freien Ball zu sichern. Damit gaben die Harzer ihr erstes Angriffsrecht an der eigenen 18-Yard-Linie an die Virgin Guards ab. Doch die Abwehr der Tigers fand sehr gut ins Spiel und verhinderte eine mögliche Führung der Magdeburger.

Anders erging es zu diesem Zeitpunkt noch der Offense. Gegen eine aufmerksame und aggressive Guards-Defense blieb den Gastgebern nur die Möglichkeit zum Punt, der aber viel zu kurz geriet. Wieder nahmen die Elbestädter einen vergeblichen Anlauf, um in Führung zu gehen. Wenig später wurde der Vorwärtsdrang der Harzer durch ein Fumble gestoppt. Zum dritten Mal in Folge begannen die Magdeburger ihren Drive in der Hälfte der Bergtiger, doch Punkte waren nicht zu holen. Diesmal zerstörte Johannes Herrschaft mit einer Interception die Mageburger Hoffnungen auf Zählbares und bügelte damit seinen Fumble wieder aus. Gleichzeitig setzte er einen Weckruf für die Offense. Unter der Führung von Quarterback Daniel Lenz bewegten die Harzer den Ball nun deutlich energischer. Runningback Marcus Francis legte mit einem unaufhaltsamen 47-Yard-Lauf den Grundstein zur Führung, die er Augenblicke später mit einem Touchdwon selbst erzielte. Der Versuch des Extrapunkt wurde geblockt.

Der Rückstand hinterließ bei den Gästen Spuren, die Magdeburger benötigten etwas Zeit, um wieder Tritt zu fassen. Eine Interception von Quarterback Lenz, der über die Mitte Max Steuer bedienen wollte, brachte die Virgin Guards zurück ins Spiel. Stefan Birkholz löste Heiko Pittelkau als Quarterback ab und setzte sofort ein Achtungszeichen. Seinen 43-Yard-Pass vollendete Stefan Ruzicka zum Ausgleich. Gästekicker Allan Sotta brachte die Virgin Guards mit dem Zusatzpunkt mit 7:6 in Front.

Die Bergtiger zeigten sich aber unbeeindruckt, nur wenige Spielzüge später gingen die Hausherren nach schönen Läufen durch Marcus Francis und Johannes Herrschaft durch einen Touchdown von Herrschaft wieder in Führung. Leider blieben auch dieses Mal die Extrapunkte aus, doch mit einer erneuten Interception durch Tino Euler ging die erste Halbzeit ohne Magdeburger Ergebniskorrektur zu Ende.

Auch der dritte Spielabschnitt begann mit einer Interception, diesmal schnappte Dominik Knispel das Lederei seinem Gegenspieler Stefan Ruzicka vor der Nase weg. Und schon der zweite Drive der Tigers brachte den erhofften Erfolg. Nach einem guten Mix aus Lauf und Pass marschierte Daniel Lenz in die Endzone, diesmal legte Andreas Janko per Zusatzpunkt zum 19:7 nach.

Im Schlussviertel bäumten sich die Gäste noch einmal auf und verkürzten durch den Touchdown von Quarterback Stefan Birkholz und einen guten Kick von Allan Sotta auf 19:14. Der nun wieder mögliche Sieg spannte das Nervenkostüm der Virgin Guards allerdings zusehends an, immer wieder kam es zu grenzwertigen Nicklichkeiten und Verbalattacken. Als dann auch noch der Magdeburger Bernhard Filipiak nach einem üblen Foul an Tigers-Center Björn Mußmann des Feldes verwiesen wurde, lagen die Nerven der Elbestädter blank. Der entscheidenden Touchdown und die anschließende Two-Point-Conversion, beides durch Tino Euler, war die logische Konsequenz.

Dank der nervenstarken Vorstellung behielten die Tigers letztlich verdient mit 27:14 die Oberhand. Die Playoffs um den Aufstieg in die Regionalliga sind damit in greifbare Nähe gerückt. Mit einem Sieg bei den Berlin Bears am 9. August könnten die Bergtiger vorzeitig alles klar machen. Beim einzigen ungeschlagenen Team der Oberliga Ost erwartet die Harzer aber ein heißer Tanz.

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