Cottbus l Für den FC Energie Cottbus geht es am nächsten Wochenende schon das erste Mal um Punkte. Neben einem guten Saisonstart wollen die Lausitzer nach der Katastrophensaison 2013/14 im TV-Livespiel (ARD, Sonnabend, 18 Uhr) beim VfL Osnabrück vor allem auch Eigenwerbung für den Neubeginn betreiben. Der Test gegen den ambitionierten Regionalligisten aus Magdeburg hatte deshalb für Trainer Stefan Krämer schon finalen Charakter und sollte letzte Aufschlüsse über die Startformation bringen.

Beim 1. FC Magdeburg geht es zwar am nächsten Freitag bei Saxonia Tangermünde im Landespokal ebenfalls ins erste Pflichtspiel der neuen Saison, bis zum Punktspielstart eine Woche später in der MDCC-Arena gegen Union Berlin II (2. August) hat Trainer Jens Härtel aber eine Woche länger Zeit als sein Cottbuser Kollege. Und deshalb lässt der neue FCM-Coach auch seine Spieler weiter zittern. Die Spannung im Kampf um einen Platz in der Startformation soll nach vier Wochen Vorbereitung weiter hochgehalten werden. "Das Spiel war ein Fingerzeig, wo es hingehen kann. Namen werde ich noch nicht nennen", sagte Härtel am Sonnabend nach dem 2:2 im Stadion der Freundschaft, bei dem er auf Christoph Siefkes (Oberschenkel) und Christopher Reinhard (Wade) verzichten musste.

Wie in der Vorwoche beim 1:1 gegen Drittligist Rot-Weiß Erfurt war ein Klassenunterschied auch gegen die Cottbuser nicht zu erkennen. Führte gegen die Thüringer ein individueller Fehler zum vermeidbaren Remis, war Härtel diesmal mit dem Offensivspiel seiner Mannschaft nicht einverstanden. "Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden, mit der Art und Weise nicht", sagte Härtel, "wir haben viele Situationen nach vorne viel zu ängstlich gelöst."

Die Gastgeber gingen bei brütender Hitze vor 1200 Zuschauern im Stadion der Freundschaft unmittelbar vor der Pause durch Sven Michel in Führung (45.). Marco Holz hebelte zuvor mit einem Lupfer die FCM-Abwehr aus, Michel ließ Torwart Jan Glinker keine Abwehrchance. Glück hatten die Hausherren nach einem Freistoß von Nico Hammann (20.), der im FCE-Tor einschlug. Das Schiedsrichtergespann hatte jedoch eine Abseitsposition von Christian Beck erkannt. Lars Fuchs (15.) sowie auf der Gegenseite Anton Makarenko (8.) sorgten ebenfalls für Torgefahr.

Nach der Pause verpasste der FCE das mögliche 2:0 durch Zbynek Pospech (48.) und Michel (49.), stattdessen köpfte Christian Beck nach einer Ecke unbedrängt zum 1:1 (52.) ein. Erneut nach einer Ecke erzielte der eingewechselte Tim Kleindienst die Cottbuser Führung (56.), die im direkten Gegenzug Marcel Schlosser (57.) ausglich - ein Tor, das FCE-Trainer Stefan Krämer ebenso wie das 1:1 maßlos ärgerte. "Das eine Tor nach einem Eckball, das andere direkt nach dem Wiederanstoß. Die waren beide unnötig, das war zweimal Sekundenschlaf."

Nach dem 2:2 plätscherte das Spiel bei 45 Grad auf dem Rasen so dahin. Beck hatte noch eine Chance (60.), Torwart Matthias Tischer hielt kurz vor dem Ende gegen Michel das Remis fest (87.). Und bekam als Einziger ein Sonderlob vom Trainer: "Matthias hat grundsolide gehalten", sagte Härtel. Ansonsten fasste der FCM-Coach das Spiel so zusammen: "Es ist noch Luft nach oben." Aber es ist auch noch Zeit bis zum Start.

1. FC Magdeburg: Glinker (46. Tischer) - Hammann (46. Bremer), Schiller (46. Handke), Bankert (70. Puttkammer), Lange - Fuchs (62. Reimann), Sowislo, Brandt (70. Butzen), Kruschke (46. Schlosser) - Hebisch (62. Steinborn), Beck (70. Schröter).