Er ist der Routinier, Vollstrecker und Ideengeber im Team des Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg - Lars Fuchs. Volksstimme-Redakteur Uwe Tiedemann sprach mit dem 32-Jährigen über die bevorstehende Saison.

Vor einem Jahr haben Sie in einem Volksstimme-Interview zum Saisonstart gesagt, Sie hätten richtig Bock auf den FCM. Gibt`s auch für 2014/15 so etwas wie ein Leitmotiv?

Lars Fuchs: Ich hab richtig Bock, aufzusteigen. Es macht doch Riesenspaß, wenn alle ein klares Ziel vor Augen haben.

Woher kommt diese Zuversicht?
Zum einen ist die "erste Elf"`, vielleicht mit Ausnahme von Fabio Viteritti, zusammengeblieben, zum anderen an den zwei, drei personellen Stellschrauben gedreht worden, an denen es etwas zu verbessern gab. Kurzum: Wir sind sehr gut aufgestellt, ich bin absolut optimistisch.

Fehlt nicht ein kreativer Mittelfeldmann, der ein Spiel lesen und in die Hand nehmen kann? Da nehme ich mich selbst in die Pflicht, ich glaube, dass ich in der Lage bin, den tödlichen Pass zu spielen oder für Überraschungsmomente zu sorgen, die man in der vierten Liga sonst eher selten sieht.

Von denen dann vor allem Knipser Christian Beck profitiert?
Wir verstehen uns wirklich sehr gut, aber wir haben ja nicht nur "Beckus" vorne, sondern mit "Hebe" (Nicolas Hebisch/d. Red.) einen weiteren Klassestürmer verpflichtet.

Sie erwarten den FCM also ganz oben?
Ja, weil wir die konstanteste, die eingespielteste Mannschaft sind. Erfolg im Fußball ist planbar. Sicherlich nicht so wie in der Wirtschaft, aber es funktioniert. Man spürt es auch im Umfeld des Vereins, der sich neu positioniert hat. Alles ist professioneller geworden. Ein gutes Beispiel ist da die Videoanalyse. In spätestens zwei Jahren spielt der FCM in der dritten Liga. Wichtig ist nur, dass alle Beteiligten Ruhe bewahren.

Auffällig war, dass in den Vorbereitungsspielen sehr häufig gewechselt wurde. Kein Nachteil? Das glaube ich nicht. Im Pokal in Tangermünde stand die vermeintliche Stammelf lange auf dem Platz. Außerdem legt der neue Trainer Jens Härtel Wert darauf, variabel zu sein, eben auch auf unerwartete Situationen reagieren zu können.

Apropos neuer Trainer - wie lautet Ihre Einschätzung?
Er ist sehr professionell, ehrlich, direkt, legt Wert auf Disziplin und behandelt alle gleich, was sehr wichtig ist. Ob er nicht nur ein guter, sondern ein sehr guter Trainer ist, wird sich im Verlaufe der Saison zeigen. Wie reagiert er, wenn der Erfolg mal ausbleiben sollte?

Erfolg ist das Stichwort. Wie muss sich der FCM präsentieren, welches System spielen, um das gesteckte Ziel zu erreichen?
Das System ist eher zweitrangig, wenngleich wir vieles ausprobiert haben, auch mit einer Dreierkette hinten agieren können. Es kommt vor allem darauf an, die Vorgaben des Trainers wie frühes Stören oder Gegenpressing umzusetzen. Und wir müssen insgesamt zweikampfstärker werden, gerade auswärts, wo wir 2013/14 zu viel liegengelassen haben. Ich setze da auf Spieler wie Niklas Brandt, Silvio Bankert oder auch Felix Schiller, der es verdient hätte, endlich einmal verletzungsfrei über die Runden zu kommen.

Zu Ihrer Person: Sie sind jetzt 32 Jahre alt. Wie schwer ist Ihnen die intensive Vorbereitungsphase gefallen?
Leichter als im Vorjahr. Weil ich meine Sprunggelenksprobleme nach dem Landespokalfinale in Halle auskurieren und im Sommer eher anfangen konnte, zu trainieren.

Wie lange, glauben Sie, noch Leistungsfußball spielen zu können?
Vorgenommen habe ich mir drei Jahre. Dann bin ich 35. Ob das gelingt, hängt von vielen Faktoren ab. Im Moment fühle ich mich topfit und hoffe natürlich, dass ich auch in Zukunft von schweren Verletzungen verschont bleibe.

Was kommt nach der Karriere?
Ich möchte auch weiterhin im Fußball tätig sein. Mir schwebt ein Trainerjob vor. Meine B-Lizenz habe ich gemacht, die A-Lizenz soll folgen, doch die habe ich zunächst zurückgestellt, konzentriere mich voll auf meine Aufgabe beim FCM.

Welches sind die größten Konkurrenten?
Ich stufe Carl Zeiss Jena, Zwickau, Neustrelitz, Wacker Nordhausen, aber auch den BFC stark ein, betone jedoch noch einmal, dass ich fest an uns glaube. Vielleicht gelingt es, sich schon zu Beginn ein wenig abzusetzen.