Boxen l Magdeburg (jb) Der Bund Deutscher Berufsboxer (BDB) hat im Nachgang zum WM-Kampf zwischen Christina Hammer und Anne Sophie Mathis am Samstag in Dessau das Ergebnis zugunsten der Französin offiziell in ein "No Contest" (nicht stattgefunden) geändert. Damit folgt der aufsichtführende deutsche Verband der World Boxing Federation (WBF), die bereits dieselbe Entscheidung bekanntgab. Ein Urteil der ebenfalls beteiligten World Boxing Organization (WBO) steht noch aus.

Passiert war Folgendes: In der 5. Runde des Kampfes im Halbmittelgewicht war die bis dahin auf den Punktzetteln führende Hammer nach einem Haken von Mathis sichtbar angeschlagen. Als die Französin nachsetzte, klemmte die SES-Boxerin den linken Arm ihrer Gegnerin ein. Mathis schlug mit ihrer freien rechten Hand weiter auf die 23-Jährige ein, die schließlich zu Boden ging und den Kampf nicht fortsetzen konnte. Ringrichter Manfred Küchler disqualifizierte daraufhin die Französin für vermeintliche Nackenschläge.

Die zur Siegerin erklärte Hammer sagte später, ihre Gegnerin habe sie mit dem Ellbogen regelwidrig geschlagen. Der Videobeweis konnte dies jedoch nicht bestätigen.

Dem BDB tue es sehr leid, "dass im Eifer des Gefechts eine vollkommen falsche Entscheidung" durch den Ringrichter getroffen worden sei, sagte BDB-Präsident Thomas Pütz. Das Ergebnis müsse revidiert werden. "Ich denke, ein `No Contest` mit der Anordnung eines Rückkampfes ist eine gute Lösung. So bleibt Mathis Weltmeisterin und die beiden Damen können noch einmal im Ring klären, wer die Bessere ist."