Magdeburg l "Es wird Zeit, dass es endlich losgeht", sagte Trainer Jens Härtel, der ebenfalls ein gewisses Kribbeln verspürt und sich vorstellen kann, was in den Köpfen der Spieler vorgeht. Die Gefahr der Übermotivation nimmt der 45-Jährige daher sehr ernst: "Das ist oft ein schmaler Grat. Ich bin selber gespannt, wie sich die Jungs da aus der Affäre ziehen."

Andererseits hat er vollstes Vertrauen: "Wenn wir unsere Leistung zu 100 Prozent abrufen, mache ich mir eigentlich keine Sorgen", sagte der Fußball-Lehrer selbstbewusst.

Union Berlin II bekannt für ballbesitzorientierten Fußball

Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass Neuzugang Nik- las Brandt wegen muskulärer Probleme ausfällt. Doch wer für den Ex-Hallenser erster Nachrücker sein, wie überhaupt die Anfangsformation aussehen könnte, darüber hüllte sich Härtel in Schweigen: "Ich habe die elf Namen zwar im Kopf, doch endgültig entscheiden werde ich mich erst am Sonnabend." Mit Nicolas Hebisch ist im Übrigen ein weiterer Neuzugang angeschlagen. Der Ex-Neustrelitzer hat Adduktorenbeschwerden, muss wohl ebenso zuschauen.

Die Gäste aus Berlin-Köpenick, die eigentlich wie jedes Jahr als zweite Mannschaft einen personellen Umbruch zu verkraften hatten, schätzte Härtel als eine Mannschaft ein, "die einerseits mit null Druck nach Magdeburg fährt, Spaß haben und die Atmosphäre vor vielen Zuschauern genießen will. Andererseits ist Union bekannt für ballbesitzorientierten Fußball und schnelles Umschalten."

Von letzterem konnte der Club gerade in der Vorsaison ein Lied singen. Trotz 1:0-Führung und in Überzahl hieß es am Ende in der MDCC-Arena 1:2.

Matthias Tischer hofft auf besseren Saisonstart

Was die Spielanlage seiner eigenen Mannschaft anbetrifft, bekräftigte Härtel noch einmal die Eckpunkte: "Wir wollen variabler sein als in der Vorsaison, früh stören, mit Gegenpressing den Ball erobern und natürlich vorne effektiv unsere Chancen nutzen." Und er wies ferner daraufhin, "dass es selbstverständlich auch zähe, unattraktive und ruppige Spiele geben kann".

Torhüter Matthias Tischer, die alte und neue Nummer eins, sprach indes das aus, was sich alle FCM-Fans wünschen: "Wichtig ist ein guter Start. Gerade der FCM ist bekannt dafür, dass er sich zu Beginn immer viel vorgenommen hat und es dann nicht umsetzen konnte."

Die Vorfreude auf das neue Spieljahr ist groß. Mittlerweile wurden mehr als 1800 Dauerkarten abgesetzt, liegt der Vorverkauf für Union bei 3000 Tickets. Eine Frühkasse öffnet am Haupteingang bereits um 11, alle weiteren um 12 Uhr.