Halberstadt l Mit leeren Händen ist Germania Halberstadt vom ersten Regionalliga-Punktspiel beim Berliner AK zurückgekehrt (0:1). Die Schlüsselwörter nach dem Saisonauftakt waren Feldüberlegenheit und Ballbesitz. Beide nutzten der Germania nichts.

Trotz der 14 Neuverpflichtungen und des damit einhergehenden Umbaus standen sechs der verbliebenen sieben VfB-Akteure der letzten Serie in der Startelf. Trainer Achim Hollerieth versuchte es mit einer Mischung aus "eingespielt" und "neu verpflichtet". Kritik, dass sein Team in den ersten 45 Minuten womöglich zu zurückhaltend agierte, wollte er nicht gelten lassen. "Es war ein Auswärtsspiel, zudem das erste der Saison überhaupt. Wir haben kontrolliert gespielt und nichts zugelassen. Vom BAK kam bis auf die Konter nichts."

Nach der Pause, beim Stand von 0:1, versuchte Hollerieth mit drei Einwechslungen die Wende zu erzwingen. Auch der zuletzt am Knöchel verletzte Ivan Ristovski kam so zu seinem ersten Pflichtspieleinsatz. Offensiv konnte er in den verbleibenden 30 Minuten keine Akzente setzen. Spielerisch änderte sich beim VfB im zweiten Abschnitt nichts. Mit fortlaufender Spieldauer mussten sich die Spieler allerdings gegen einen zweiten Gegner wehren: die enorme Hitze. Der Verschleiß war bei einigen Halberstädtern deutlich sichtbar, Konzentration und Schnelligkeit litten erheblich darunter.

Gegen Spielende fehlte es entsprechend teilweise an Bewegung im Angriffsspiel. Trainer Hollerieth: "Es bringt nichts, drückend feldüberlegen zu sein, die Würze im Fußball sind die Tore. Wir haben wie im Handball immer außenrum gespielt. Unsere Außen haben viel zu breit gestanden. Um auch mal in die Tiefe spielen zu können, fehlte es an permanenter Bewegung. Dass der BAK dann teilweise mit Fünfer- oder Sechser-Kette agierte, machte es uns nicht einfacher." Auch Kapitän Philip Schubert erkannte: "Unsere vielen Ball-eroberungen haben nichts gebracht."

BAK-Coach Dietmar Demuth, der die letzten zehn Minuten nach zu lautstarker Kritik von der Tribüne beobachten musste, wusste das 1:0 ebenfalls richtig einzuordnen: "Für uns ist der Sieg glücklich und natürlich erfreulich. Es hilft, am Start drei Punkte einzufahren. Klar, Halberstadt hatte 80 Prozent Ballbesitz, doch es ist ein ergebnisorientierter Sport, so dass die Feldüberlegenheit am Ende nicht honoriert wird." Nach viel Aufwand und keinem Nutzen wollte Hollerieth nicht von Ungerechtigkeit sprechen: "Wenn man nach 90 Minuten gewinnt, ist das immer gerecht."