Nach den ersten drei Punkten in der neuen Saison kann Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg durchatmen. Der Anfang ist gemacht. Das 3:2 (nach 0:2-Rückstand) gegen Union Berlin II brachte sechs Erkenntnisse hervor, wie Volksstimme-Redakteur Uwe Tiedemann in seiner Analyse ausgemacht hat.

1. Spielerisch offenbarten die Elbestädter viele Schwächen. Mitunter misslangen selbst einfachste Pässe über wenige Meter, fehlte die Präzision, gab es massive Abstimmungsprobleme in allen Mannschaftsteilen und zu wenig Anspielstationen. Hier muss der FCM schnellstens die Kurve kriegen, will er dauerhaft oben mitspielen. "Es war das erste Punktspiel und der ein oder andere von uns vielleicht doch ein wenig nervös", vermutete Torjäger Christian Beck. Fakt ist aber auch: Wer über weite Strecken so danebenliegt und trotzdem noch gewinnt, der kann es schaffen.

2. Dass die Aufholjagd ausgerechnet gegen Union gelang, dürfte so manchen FCM-Anhänger besonders gefreut haben. Denn gerade die Berliner Teams gelten als Angstgegner des FCM, der sowohl 2011/12 als auch 2012/13 in den Heimduellen mit den Köpenickern den Kürzeren gezogen hatte (jeweils 1:2). Diesmal schaffte der Club (endlich) die Wende.

3. Standards waren schon in der Vorsaison einer der Trümpfe der Elbestädter und dürften es auch jetzt sein. "Wir wussten, dass das eine der Stärken der Magdeburger ist, aber dauerhaft verhindern lassen sich solche Situationen eben nicht", räumte Union-Trainer Robert Jaspert ein. Die Tore zum 2:2 und 3:2 fielen jeweils nach einem Standard.

4. Sollte die Elf in Rückstand geraten, muss dem FCM-Fan nicht zwangsläufig angst und bange werden. Schon unter Härtel-Vorgänger Andreas Petersen war es gelungen, so manche Partie umzubiegen - wie die Beispiele Rathenow (2:1 nach 0:1), Lok Leipzig (3:1 nach 0:1), Plauen (4:2 nach 0:2) oder VfB Auerbach (2:1 nach 0:1) zeigen. Diese "zweite Luft" haben die Spieler mit in die neue Saison genommen. Kapitän Marius Sowislo: "Wir sind eine Mannschaft, die nie aufsteckt, die nach hinten raus genug Power hat, um ein schon verloren geglaubtes Spiel noch zu drehen."

5. Der Teamgeist stimmt! So redete die Mannschaft in der Halbzeitpause Tacheles, geigte sich die Meinung. "Die Jungs sind untereinander richtig laut geworden. Es hat ganz schön geraschelt", berichtete Trainer Jens Härtel, der sich damit in seiner Arbeit bestätigt sieht. Motto: Dem großen Ziel ordnen sich alle unter. Sowislo dazu: "Ich nenne es gerne unseren Selbstreinigungsprozess, der auch in der neuen Saison funktioniert."

6. Die vier Neuzugänge Silvio Bankert, Marcel Schlosser, Kevin Kruschke und Sven Reimann, die gegen Union in der Startelf standen, haben alle noch Luft nach oben, sich auf Anhieb aber prima eingefügt und sich damit weitere Einsatzzeiten verdient.