Magdeburg l Damit hatten die Verantwortlichen vom SCM offensichtlich nicht gerechnet: Anlässlich der Saisoneröffnung hatten sie den "Tag des Handballs" ausgerufen, was darauf folgte, war der Fluch der guten Tat. Denn weil am Donnerstag rund 4000 Zuschauer dem Lockruf gefolgt waren und zum krönenden Abschluss des Handballfestes das Spiel gegen Skjern HB sehen wollten, musste nämlich der Anpfiff verschoben werden. Nur zwei geöffnete Kassenhäuschen waren dem Ansturm einfach nicht gewachsen.

"Eine 40 Meter lange Schlange von Autogrammjägern, das hat es auch noch nie gegeben. Wir waren selbst von der Resonanz überwältigt. Das riesige Interesse am SCM freut uns natürlich, für die dadurch entstandenen Unannehmlichkeiten und Wartezeiten können wir uns nur entschuldigen. Beim nächsten Mal sind wir besser vorbereitet", bat Manager Marc Schmedt um Verständnis.

Drei Spiele in 20 Stunden

Verständnis zeigte er derweil für die gefeierten Lokalhelden, die sich beim 27:24-Arbeitssieg gegen den dänischen Erstligisten noch mit etwas Sand im Getriebe präsentiert hatten: "Was die Wurfeffektivität und das Zusammenspiel und die Abstimmung in der Abwehr betrifft, da gibt es sicher noch große Reserven. Aber das ist zu diesem Zeitpunkt ja nichts Ungewöhnliches."

Ähnlich sah es Michael Haaß, der gegen die Dänen dreimal getroffen hatte: "Klar ist da noch Luft nach oben. Wir sind alle ziemlich platt, zumal ,Tulpe` (Fabian van Olphen/d. Red.) und ich in der Abwehr ohne Jacob Bagerstedt extrem viel arbeiten müssen und kaum Zeit zur Regeneration haben."

Und der Dauereinsatz hat Bestand, denn mit dem Miesner-Turnier in Ilsenburg steht der ultimative Härtetest für Haaß Co. an. "Drei Spiele in 20 Stunden - und das gegen Konkurrenz, die sich gewaschen hat - das ist sicher nicht ohne", mutmaßt der Spielmacher, der mit dem SCM am heutigen Sonnabend gegen Wisla Plock (17 Uhr) und Cupverteidiger Rhein-Neckar Löwen (21 Uhr) ran muss. Am Sonntag stehen die Platzierungsspiele und das Finale an. "Erst danach wissen wir, wo wir wirklich stehen."