Olbia/Magdeburg l Johanna Friedrich ist am Sonnabend ihre eigene Meisterschaft über 400 Meter Freistil geschwommen. In Olbia auf Sardinien absolvierte die 19-Jährige vom SCM ihre Nachprüfung für die Europameisterschaft in Berlin (13. bis 24. August). Es standen nur Fans am Beckenrand - Athleten und Verantwortliche des Deutschen Schwimmverbandes (DSV) nämlich, die dort mit Friedrich im Trainingslager weilten. Und sie durften beobachten, wie die Magdeburgerin sowohl im Vorlauf (4:17,64 Minuten) am Vormittag als auch im Finale (4:14,40) am Abend unter den vorgegebenen Zeiten blieb. Damit hat Friedrich das EM-Ticket Nummer 28 der Beckenschwimmer gelöst. Mit ihr, Franziska Hentke, Finnia Wunram und Rob Muffels starten nun vier SCM-Athleten bei den europäischen Titelkämpfen.

SCM-Trainer Bernd Berkhahn hatte am Sonnabend, 16.43 Uhr, per Kurznachrichtendienst ein Bild von der Erwärmung geschickt, es zeigte, wie Friedrich ihre Übungen lächelnd absolvierte. "Ich war schon aufgeregt", gestand sie später, "aber ich hatte keine Zweifel, sondern richtig Bock auf beide Rennen. Ich konnte es kaum erwarten, endlich Teil dieses Teams zu werden, das mich angefeuert und motiviert hat." Friedrich hatte bereits die Vorlaufnorm um fünf Sekunden unterboten, im Finale schwamm sie knapp zwei Sekunden schneller als Bundestrainer Henning Lambertz gefordert hatte. "Ich bin einfach nur erleichtert und dankbar für die Chance", erklärte Friedrich nach einem langen, erfolgreichen Tag.

Die Chance hatte ihr Lambertz ermöglicht: Die deutsche Meisterin hatte sich im Juni bei einem Sturz auf einer Tour durch Rom eine Fraktur im rechten Ellenbogen zugezogen, weshalb ihre EM-Teilnahme in Gefahr geraten war und sie nicht an der ursprünglichen zweiten Überprüfung in Essen teilnehmen konnte. Bei den nationalen Titelkämpfen im Mai hatte Friedrich in neuer Bestzeit (4:10,49) erstmals die DSV-Norm erfüllt. Und jetzt startet sie im EM-Vorlauf am 24. August (9.30 Uhr) im Berliner Velodrom.