Magdeburg/Leipzig l Nur ein 26:26 (13:12) des SCM am Sonnabend beim Zweitligisten SC DHfK Leipzig - das klingt nicht gerade nach einer gelungenen Generalprobe der Magdeburger Bundesliga-Handballer. Dementsprechend fiel auch das Urteil von Neu-Trainer Geir Sveinsson aus: "Ich kann heute natürlich nicht so richtig zufrieden sein. Vor allem nach vorne kam zu wenig." Dennoch zog der Isländer nach den ersten fünfeinhalb Wochen seiner Amtszeit als Chefcoach des SCM ein positives Fazit: "Die Vorbereitung ist insgesamt gut gelaufen, nun freuen wir uns alle auf den Saisonstart."

Die Magdeburger, die am Mittwoch im ersten Pflichtspiel der neuen Saison im Pokal beim Berliner Oberligisten SG OSC Schöneberg-Friedenau ran müssen, taten sich vor 750 Zuschauern in der Leipziger Ernst-Grube-Halle vor allem im Angriff schwer. Bis auf Torgarant Robert Weber (11/4) tat sich kein Spieler als besonders "torhungrig" hervor. Dem Rückraum fehlte die Durchschlagskraft. Aber auch bei der Abwehrarbeit gab es noch Luft nach oben, so dass sich die couragiert auftretenden Gastgeber über weite Strecken nahezu auf Augenhöhe bewegen konnten.

Den besseren Start in das für beide Teams letzte Testspiel der Vorbereitung erwischten die Magdeburger (5:2/6. Spielminute). Dann kam auch Leipzig besser ins Spiel, glich zum 7:7 aus (15.). Von nun an ging es recht ausgeglichen zu mit zahlreichen Fehlern auf beiden Seiten. Die Magdeburger taten offensichtlich nur das Nötigste, dennoch reichte das zu einer 13:12-Halbzeitführung.

Ex-Magdeburger erfolgreichster Torschütze

Zu Beginn der zweiten Hälfte brachten beide Trainer frisches Personal. Im SCM-Kasten stand nach Dario Quenstedt nunmehr Jannick Green, auf Linksaußen kam Yves Grafenhorst für den wie bereits beim 29:29-Remis in Naumburg gegen die Füchse torlos gebliebenen Matthias Musche. Und am Kreis durfte der lange Zeit verletzte Jacob Bager-sted ran. Der bekam von Trainer Sveinsson hinterher auch eine "passable Vorstellung" attestiert. "Jacob ist auf einem guten Weg. Am Dienstag gegen die Füchse hat er bereits zweimal 15 Minuten gespielt, in Leipzig die ganze zweite Halbzeit." Nach seiner schweren Oberschenkelzerrung komme er dem Team "Schritt für Schritt näher, jede Minute Spielpraxis ist für Jacob wichtig, damit er sich noch besser mit der Mannschaft einspielt."

Im letzten Viertel der Partie begannen die Gäste, ihre Erstliga-Routine auszuspielen, und zwar mit Tempo. Fünf Minuten vor dem Abpfiff traf Weber zum 22:25, und alles sah bereits nach dem erwarteten Erfolg für die Magdeburger aus. Doch in der Auszeit bekamen die Leipziger von irgendwoher die zweite Luft - und mit dieser gelang mit der Schlusssirene sogar der Ausgleich. Philipp Weber hatte vom Siebenmeterpunkt sicher zum 26:26 getroffen.

"Ich bin natürlich zufrieden", resümierte Leipzigs Trainer Christian Prokop, auch wenn er das Ergebnis gegen den Erstligisten nicht überbewerten wollte "Ganz nebensächlich ist es für uns natürlich auch nicht. Wir haben heute den Trend der vergangenen Wochen bestätigt und uns noch einmal Selbstvertrauen für den Saisonstart geholt", so der ehemalige Coach der SCM-Youngsters, der im Ex-Magdeburger Philipp Weber (7 Tore) den erfolgreichsten Schützen hatte.

SCM: Green, Quenstedt - Rojewski 3, van Olphen 3, Bagersted 2, Grafenhorst 2, Weber 11/4, Lie Hansen 2, Bezjak 1, Haaß 2, Jurecki, Musche, Gebala.