Amsterdam/Magdeburg l Als der Deutschland-Achter bei der WM 2013 den zweiten Platz errungen hatte, sprachen die Medien keinesfalls von einem Erfolg. "Nur Silber" hieß es im Allgemeinen. Silber - das ist in der Geschichte des elfmaligen Weltmeisters eher eine Enttäuschung. Maximilian Planer hatte das damals staunend zur Kenntnis genommen, zugleich war er damit bestens vorbereitet auf die Dinge, die ihm als Teil des Achters nun widerfahren könnten. "Allein wegen der medialen Aufmerksamkeit steht man immer unter Druck", weiß der Bernburger.

Planer empfindet diese permanente Situation aber nicht als hemmend, sondern vielmehr als aufregend. Es ist sein erstes Jahr im Achter von Trainer Ralf Holtmeyer, es ist seine zweite Saison im Kader des Deutschen-Ruderverbandes (DRV). Wettkämpfe in diesem Boot zu bestreiten, berichtet er, "daran hat man sich nach zwei Rennen tatsächlich gewöhnt". Auch an die hohen Erwartungen, die damit verbunden sind. "Aber ich empfinde es als Privileg, Favorit zu sein, das ist die Herausforderung." Und vor dieser steht er nun in Amsterdam beim Kampf um seinen ersten Titel bei einer Elite-WM, die für den Deutschland-Achter, für den London-Olympiasieger um Steuermann Martin Sauer, mit dem Vorlauf am kommenden Montag um 17.49 Uhr beginnt. "Wir haben einiges gutzumachen", blickt Planer voraus.

Für den 23-Jährigen gehört dazu nicht allein die Revanche für die erlittene Niederlage bei der WM im vergangenen Jahr gegen Großbritannien. Er erklärt außerdem: "Ich verbinde keine guten Erinnerungen mit Amsterdam, weil ich im Achter bei der U-23-WM vor drei Jahren nur Rang vier belegt habe." Auch der Nachwuchs war damals als Favorit auf der "Bosbaan" gestartet. Und diese Favoritenrolle ist Planer Co. in der niederländischen Hauptstadt erneut gewiss: Seit "nur Silber" 2013 ist das Boot nämlich ungeschlagen - weil zuweilen nach einem Hochgeschwindigkeitsrennen über die 2000 Meter nur wenige Zentimeter zum Sieg reichten. Auch deshalb erregen Achter-Duelle die mediale Aufmerksamkeit.