Maximilian Planer
Maximilian Planer wurde am 28. Januar 1991 in Bernburg geboren. Das Rudern wurde dem zweifachen Juniorenweltmeister (2008, 2009) in die Wiege gelegt. Mama Susanne und Papa Steffen gehörten in der DDR zur Junioren-Spitze. Planer senior ist außerdem Präsident des Ruderverbandes Sachsen-Anhalts.
Größte sportliche Erfolge:
2013, WM: 12. Platz, EM: 3. Platz (beides im Vierer ohne) 2014, EM: 1. Platz im Achter

Der Achter hat seinen WM-Vorlauf am Montag souverän gewonnen. Wie fühlten sich die 2000 Meter an?
Maximilian Planer: Sehr gut. Wir haben geschlossen das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten: Platz eins und damit direkter Einzug ins Finale. Aber dass wir nach 1000 Metern so weit vorn liegen und die Konkurrenz so im Griff haben, das hat mich aber doch überrascht.

Glauben Sie, dass die zweitplatzierten Briten gepokert haben und ihre Karten erst im Finale auf den Tisch legen?
Gepokert haben die sicher nicht, die geben eigentlich in jedem Rennen Vollgas. Solchen Quatsch mit einen Gang rausnehmen oder so, das machen die Briten nicht, zumal ja nur der Erste direkt fürs Finale qualifiziert war. Ich gehe davon aus, dass es am Sonntag ein Kampf auf Messers Schneide wird, weil alle noch ne Schippe draufpacken und das Letzte aus sich rausholen. Das ist zumindest die Erfahrungen, die wir bei der EM in Belgrad gemacht haben. Da waren die Russen sogar bis 1700 Meter auf Augenhöhe. Aber nicht nur die und die Briten als Weltmeister 2013, sondern auch die USA und den Vorlaufsieger Polen haben wir auf der Rechnung.

Was musste passieren, dass Sie als Youngster in den Fokus von Bundestrainer Ralf Holtmeyer rücken? Hat Ihr Vater als "Landesfürst" im Verband ein gutes Wort für Sie eingelegt?
So ein Blödsinn! Ich könnte jetzt kontern und sagen: Ich musste anscheinend erst von Magdeburg nach Dortmund wechseln. Aber im Ernst: Ich habe mich ganz klassisch durch Leistungen angeboten. Ich war beim Ergometertest Ende Dezember unter den besten Acht, danach beim Langstreckentest und den Kleinboot-Meisterschaften im Zweier jeweils Dritter. Danach hat Herr Holtmeyer die besten vier Doppelzweier in den Achter geholt. Und es hat offensichtlich gepasst, denn ich bin noch dabei.

Sie starten seit 2014 nicht mehr für den SCM, warum?
Das hat viele Gründe: Ich bin bereits 2011 nach Dortmund zum Bundesstützpunkt gewechselt. Ich hatte beim SCM irgendwie den Spaß am Rudern verloren. Das lag daran, dass die Trainingsgruppe damals sehr klein war und es Probleme im Umfeld gab - Trainer und Training, das hat alles nicht mehr zusammengepasst. Zum anderen musste ich nach dem Abi überlegen, wie es weitergeht. Ich wollte unbedingt Journalismus studieren, und da bot sich Dortmund an, weil ich hier Rudern und Studium unter einen Hut kriegen konnte.

Das erklärt aber nicht, warum Sie jetzt für Bernburg starten?
Weil beim SCM die Unterstützung zu wünschen übrig ließ. Während dort weniger erfolgreiche Athleten gutdotierte Verträge erhalten haben, bin ich für n Appel und n Ei gerudert. Als sich Ende 2013 andeutete, dass der Achter und sogar Olympia in Rio für mich drin sind, habe ich mal leise angefragt, ob es etwas mehr sein könnte? Die Antwort war: Nein, tut uns leid, du wohnst und trainierst nicht mehr in Magdeburg. Also bin ich nach Bernburg gegangen und habe mir dort einen Sponsor gesucht.

Sie haben im Rahmen ihres Studiums mal einen Online-beitrag über Sternschnuppen verfasst. Angenommen also, Sie sehen am Samstagabend eine Sternschnuppe. Was wünschen Sie sich fürs Finale?
Dass wir ganz am Ende vorne landen und für uns die Nationalhymne gespielt wird.

Welche Chance hätte denn mein Wunsch, dass Sie zum SCM zurückkehren?
(Lacht) Man soll ja niemals nie sagen, aber da müsste schon einiges passieren und der Verein auf mich zukommen und nicht umgekehrt. Für Gespräche bin ich jedenfalls jederzeit offen.