Magdeburg l Die Wunden, die das bittere 23:24 bei den Rhein-Neckar Löwen gerissen hat, sind geleckt, die SCM-Spieler haben die Köpfe wieder oben und blicken mit Kribbeln im Bauch auf das erste Heimspiel der neuen Saison. Dabei bekommt die Mannschaft von Trainer Geir Sveins-son prominente Starthilfe vom "großen Bruder" Fußball: Mit dem VfL Wolfsburg tritt erstmals in der Geschichte überhaupt ein Erstligist aus der Fußball-Bundesliga als Kooperationspartner eines Handball-Bundesligisten in Erscheinung - und das für alle sichtbar auf der breiten Brust von van Olphen Co.

Jacob Bagersted würde sein letztes Hemd geben, wenn er dieses Premieren-Trikot heute überstreifen könnte, doch der Neuzugang muss wegen seiner Oberschenkelzerrung gegen Aufsteiger Erlangen und auch am Sonntag beim BHC weiter pausieren. Der Kreisspieler ("Ich würde natürlich lieber heute als morgen der Mannschaft helfen, aber ich muss geduldig sein.") ist der einzige, der dem SCM aus jetziger Sicht fehlt. Dennoch rücken erneut die beiden Polen-Youngster Tomasz und Meciej Gebala zur Sicherheit ins Aufgebot.

Auch wenn der Coach es "alles andere als optimal" empfindet, dass seine Mannschaft innerhalb kürzester Zeit zweimal massiv gefordert ist, so gehören beide Gegner dennoch in die Kategorie der zu lösenden Pflichtaufgaben. "Man darf aber nie einen Aufsteiger unterschätzen. Im ersten Spiel hat man Erlangen gegen Lübbecke (25:30/d.Red.) noch die Nervosität angemerkt. Aber sie versuchen, für die Liga ungewöhnliche Sachen zu machen. Das ist interessant. Ebenso die sehr offensive Deckung", erklärte der Isländer bei der gestrigen Pressekonferenz.

Auch beim Bergischen HC stehe dem SCM "ein schweres Spiel" bevor. Auch bei den Handball-Fans klingeln sofort die Alarmglocken, denn im Vorjahr konnten die Bergischen Löwen die Magdeburger düpieren (31:27), und auch 2011 setzte es eine "Auswärtsklatsche" (31:40).

Einer der Matchwinner vor einem Jahr war kein Geringerer als der Ex-Magdeburger Björgvin Gustavsson. Kein Wunder also, dass sich der Isländer "ganz besonders" auf das Wiedersehen freut. Allerdings geht er davon aus, "dass uns diesmal ein anderer SCM gegenübersteht. Ich habe die Mannschaft ja bereits beim Miesner-Turnier beobachten können. Vor allem der Auftritt dort gegen die Rhein-Neckar Löwen war stark", so der Torhüter, der "eine Abwehrschlacht" erwartet.

Dass sich aber auch der BHC im Vergleich zum Vorjahr, wo mit Ach und Krach der Klassenerhalt geschafft wurde, weiter gefestigt und dazugelernt hat, war beim 33:27 (14:12)-Auftaktsieg gegen den bis zum Schluss tapfer kämpfenden Aufsteiger Bietigheim zu sehen. Hier trumpfte mit dem neunfachen Torschützen Alexander Oeltze ein weiterer Ex-Magdeburger auf, dem am Sonntag besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden muss.

Trotz allem überwiegt beim Magdeburger Trainer die Vorfreude: "Es freut mich besonders. am Sonntag wieder in Wuppertal zu sein. Das war mein alter Verein in Deutschland als Spieler. BHC-Trainer Sebastian Hinze war zu meiner Zeit dort Nachwuchsspieler."

Der Termin für die 2. Runde im DHB-Pokal steht fest: Danach gastiert der SCM am 22. Oktober (19.30 Uhr) beim Zweitligisten Eintracht Hildesheim (Sparkassen-Arena).