Magdeburg l Für die Mannschaft von Neu-Trainer Geir Sveinsson begann die Partie zunächst mit einem Novum: Auf der Brust prangte die "Werbung" von Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg. Offensichtlich hatte aber die am Vortag verkündete Kooperation der Magdeburger Handballer mit dem Fußballverein aus dem benachbarten Niedersachsen nicht nur Freunde gefunden. Das lassen zumindest die "unerwartet heftigen Reaktionen" vermuten, die der SCM am Freitagmorgen registrieren musste: Die Getec-Arena war u.a. mit Graffiti-Schriftzügen ("WOB verpisst Euch!") beschmiert worden - nach Angaben von Manager Marc-Henrik Schmedt "vermutlich von FCM-Fans".

Daraufhin sah sich die SCM-Geschäftsführung zu einer Stellungnahme veranlasst. Unter anderem heißt es darin: "Etwaige bestehende Befindlichkeiten in der Fußballszene sind uns als Handballer nicht bekannt. Insofern kann ich für den SC Magdeburg nur ausdrücklich bestätigen, dass wir mit dieser Aktion gemeinnützige Ziele verfolgen. Dass die Kooperation für den heutigen Tag, die ein reines CSR-Projekt beinhaltet, vereinzelt als Provokation wahrgenommen wird, macht uns nachdenklich und war nicht im Ansatz Kern unseres Gedankens." (die komplette Pressemitteilung ist auf der Vereinshomepage nachzulesen: www.sc-magdeburg.de).

Wesentlich unspektakulärer ging es dagegen auf dem Spielfeld zwischen beiden Handball-Teams zu. Nach verhaltenem Beginn (3:3/10. Spielminute) übernahm der SCM das Zepter und zog nahezu mühelos seine Bahnen. Die gut stehende Abwehr und Jannick Green im Tor ebneten den Weg zu leichten Toren per Tempogegenstoß. Auch die offensive Deckung des Aufsteigers stellte für den Angriff keine große Hürde dar. Die Fehler der Gäste, Ballgewinne in der Deckung und Torchancen konsequent nutzend, enteilten die Magdeburger über die Stationen 8:4 (15.) und 11:6 (20.) auf 15:7 (25.).

Mit einem bequemen (Ruhe-)Polster und Dario Quenstedt im Kasten ging es in die zweite Halbzeit. Der SCM machte zunächst da weiter, wo er aufgehört hatte - beim Torewerfen. In der 35. Minute betrug der Vorsprung zehn, und in der 40. Minute sogar zwölf Tore (24:12).

Danach ließ allerdings die Konzentration beim Abschluss zu wünschen übrig, so dass Trainer Sveinsson beim 26:20 (50.) sogar eine Auszeit nehmen musste. Die erhoffte Reaktion blieb aus, so dass die Gäste auf 26:30 verkürzen und die zweite Halbzeit sogar mit 17:13 gewinnen konnten.

"Wir müssen einfach lernen, unser Spiel zu Ende zu bringen", erklärte Kapitän Fabian van Olphen nach dem "Rumpelsieg".

SCM: Quenstedt, Green - Weber 8/5, Bezjak, Haaß 2, M. Gebala, T. Gebala, Lie Hansen 7, Jurecki, van Olphen 3, Rojewski 8, Natek 1, Grafenhorst, Musche 2

Erlangen: Bayerschmidt, Stochl - Schwandner 1, Weltgen 2, Murawski 1, J. Link, Preiß 2, Krämer, Sveinsson 4, Nienhaus, Hess 3, Rahmel 5, Stranovsky 7/2, N. Link 1

Schiedsrichter: Fratczak/Ribeiro. Zuschauer: 4853. Siebenmeter: SCM 5/5; Erlangen 3/2. Zeitstrafen: 3/3