Wuppertal l Wohl wissend, dass nur wenig Zeit zum Kopf freibekommen bleiben würde, war Co-Trainer Bennet Wiegert nach dem 31:26-Erfolg am Freitagabend bemüht gewesen, van Olphen Co. wieder aufzubauen. "Die Jungs sitzen jetzt in der Kabine und lassen ziemlich den Kopf hängen", hatte der einstige Routinier angesichts von zwei völlig gegensätzlichen Halbzeiten erklärt und betont: "Das Einzige, was zwei Tage vor dem nächsten Spiel unterm Stich zählen sollte, sind zwei Punkte. Jetzt heißt es, den Blick nach vorn richten auf den Bergischen HC."

Offensichtlich wurde Wiegerts Ratschlag beherzigt, denn die Magdeburger, die Jacob Bagersted (Zerrung) und Yves Grafenhorst (Verdacht auf Muskelfaserriss im Oberschenkel) ersetzen mussten, nahmen die Partie sofort in die Hand (1:4/6. Minute.). Der Gastgeber, der in seinem zweiten Jahr nach dem Aufstieg den "Klassenerhalt als primäres und einziges Ziel" (O-Ton Trainer Sebastian Hinze) ausgegeben hatte, tat sich indes in der Wuppertaler Uni-Sporthalle schwer. Vor allem die aggressive SCM-Deckung provozierte immer wieder zu Ballverlusten, die im Tempogegenstoß zu leichten Torerfolgen des SCM führten (8:4/14.).

Doch just in dem Moment, als die Magdeburger das Spiel endgültig im Griff zu haben schienen (13:9/25.), leisteten sie sich den Luxus, eine doppelte Überzahl ungenutzt zu lassen. Das brachte den Gegner zurück ins Spiel. Bissig und giftig aufgrund einiger Schiri-Pfiffe, pirschten sich die bergischen Löwen wieder heran. Der Ex-Magdeburger Börgvin Gustavsson vernagelte das Tor, per Konter glich Fabian Gutbrod mit Halbzeitpfiff zum 13:13 aus.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit trumpfte der ins Tor eingewechselte Dario Quenstedt mit mehreren Paraden auf, aber im Positionsangriff war weiter der Wurm drin. Gegen die vorgerückte BHC-Abwehr und den überragenden Gustavsson häuften sich die Ballverluste und Fehlwürfe. In der 38. Minute lag der Gastgeber mit 15:14 erstmals vorn.

Beim SCM knirschte weiter Sand im Getriebe, doch Quenstedt hielt sein Team im Spiel. Nachdem Weber per Siebenmeter zum 23:24 (57.) verkürzen konnte, schien zumindest ein Unentschieden möglich. Das erzielte wiederum Weber nach Quenstedt-Parade wenig später mit seinem zwölf Treffer.

Dass die Magdeburger in der hitzigen Schlussphase die Partie doch noch einmal drehen konnte, hatte mit viel Kampf und Siegeswillen, aber auch ein wenig Glück zu tun. Die Partie endete vor aufgebrachten BHC-Fans im Tumult und mit lauten "Schieber-Rufen".

Bergischer HC: Gustavsson, Huhnstock -Hoße 4, Hermann, Gunarsson 3, Nippes 3, Oelze 6/2, Weiß 1, Gutbrod 6, Szilagyi 1, Meschke Preuss, N. Artmann, Dragas

SCM: Quenstedt, Green - Weber 13/5, Bezjak 1, Haaß, M. Gebala, Lie Hansen 2, Jurecki 1, van Olphen, Rojewski 3, Natek 3, Musche 1, Sohmann 1

Schiedsrichter: Pritschow/Pritschow (Stuttgart). Zuschauer: 2455.Siebenmeter: BHC 2/2; SCM 6/5. Zeitstrafen: 7/1