Wuppertal/Magdeburg l Dass zumindest am Sonntag in Wuppertal beim hauchdünnen 25:24 (13:13)-Sieg gegen den Bergischen HC Fortuna ein bisschen nachgeholfen hat, könnte glattweg als ausgleichende Gerechtigkeit durchgehen. Denn sieben Tage zuvor war es der SCM, der sich bei der schmerzlichen 23:24-Niederlage bei den Rhein-Neckar Löwen vom Glück verlassen und den Schiedsrichtern benachteiligt gefühlt hatte.

Deswegen konnte auch Magdeburgs Manager Marc Schmedt, sowohl Augenzeuge in Mannheim als auch in Wuppertal, nachzuvollziehen, dass beim BHC nach dem Abpfiff Wut und Verzweiflung herrschten: "Ich bin zwar erleichtert, dass es für uns im dritten Anlauf endlich mal mit einem Sieg hier geklappt hat. Aber ich möchte auch dem Gegner ausdrücklich zu einer eindrucksvollen Leistung gratulieren. Uns ging es in Mannheim ähnlich, als wir für einen großen Kampf nicht belohnt wurden", so Schmedt.

Über den Sieg war er natürlich glücklich, über die Art und Weise konnte er allerdings während der Partie nur mehrfach den Kopf schütteln: "Wir haben kein gutes Spiel gezeigt, vor allem im Offensivspiel haben wir uns das Leben selber schwer gemacht." Die Leistung aus dem Rückraum sei "völlig unzureichend" gewesen, "darüber wird der Trainer mit den Spielern zu reden haben", legte der Manager den Finger in die Wunde.

Nicht zu unrecht. Es stimmt in der Tat nachdenklich, wenn der 13-fache Torschütze Robert Weber allein mehr Tore macht als alle sechs gegen den BHC eingesetzten Rückraumschützen zusammen (9). Doch Trainer Geir Sveinsson wollte nichts davon wissen, dass der SCM derzeit extrem am Tropf von Weber zu hängen scheint: "Es ist egal, ob Weber trifft oder ein anderer - ich habe 20 Mann im Kader - und wenn der eine weg ist, dann kommt eben der Nächste und macht das genauso gut."

Zustimmen musste der Isländer indes, dass die in der Schlussphase immer hitziger werdende Partie nicht gerade ein Handball-Leckerbissen, sondern eher Kampf und Krampf war: "Mit dem Sieg bin ich zufrieden, aber nicht damit, wie wir gespielt haben." Seine Mannschaft habe gut angefangen und das Spiel im Griff gehabt. "Aber dann hatten wir eine schlechte Phase und der BHC ist rangekommen. Die zweite Halbzeit war eng und handballerisch war das kein gutes Spiel. Vielleicht wäre aber ein Unentschieden fairer gewesen. Aber fair oder nicht fair gibt es so im Handball nicht", zeigte der Isländer Mitgefühl mit den bergischen Löwen.

Die haderten vor allem mit der vermeintlichen Benachteiligung durch die Schiedsrichter-Zwillinge Andreas und Marcus Pritschow. Als "Beweis" wurden die sieben Zeitstrafen auf Seiten des Gastgebers und nur eine bei den Magdeburgern angeführt. "Wir hätten, glaube ich, einen Punkt verdient. Die Jungs haben sich zerrissen und damit die Halle hinter sich gebracht. Das brauchen wir, um in dieser Liga zu bestehen", hofft BHC-Trainer Sebastian Hinze, dass auch seinen Jungs schon bald das Glück des Tüchtigen winkt.