Magdeburg l Voraussichtlich ein letztes Mal mussten Yves Grafenhorst und Jacob Bagersted (beide Oberschenkelprobleme) hinter der Magdeburger Bank Platz nehmen. Eine reine Vorsichtsmaßnahme - beide sollen in Hannover wieder einsatzfähig sein. Von ihrem Zuschauerplatz aus sahen sie eine gravierende Änderung in der Anfangsformation: Erstmals in der neuen Saison begann Dario Quenstedt im Tor.

Und der Keeper konnte der Anfangsphase genauso den Stempel aufdrücken wie Spielmacher Marko Bezjak und Linksaußen Matthias Musche, die nach neun Minuten schon zwei- bzw. sogar dreimal eingenetzt hatten (6:4).

Es war deutlich zu sehen, dass die zuletzt in der Kritik stehende SCM-Offensive im Training an der Chancenverwertung und dem Spielfluss gearbeitet hatte. Engagiert und konzentriert bis in die Fingerspitzen wurden die Angriffe fast immer mit einem Torerfolg abgeschlossen. So markierte beispielsweise Jure Natek mit seinem dritten Treffer im dritten Versuch das 10:8 (14.).

SC Magdeburg verliert Vorsprung zur Halbzeit

Dafür saß die Abwehr nicht so fest im Sattel wie gewohnt. Vor allem Göppingens Rückraumrechten Alix Nyokas bekam man nicht in den Griff. Der französische Nationalspieler verkürzte mit seinem vierten Tor zum 11:12 (18.) für die bereits am Samstag angereisten Gäste, die kurzfristig auf Spielmacher Michael Kraus verzichten mussten (Blockierung im Halswirbel).

Doch die Magdeburger behielten das Heft des Handelns zunächst in der Hand, bauten den Vorsprung auf 17:13 aus (20.). Dann aber brach wieder das alte Angriffslaster durch. Das nutzte Göppingen gnadenlos aus. Mit dem Halbzeitpfiff hatte sich das Vier-Tore-Polster beim SCM in Luft aufgelöst (18:18).

Und die Gäste waren es auch, die den besseren Re-Start erwischten. Die Achse Nyokas/Beljanski lief wie geschmiert. Mit seinem fünften Treffer in Folge erzielte Beljanski vom Kreis die 20:19-Führung (33.).

Robert Weber rettet SC Magdeburg

Der SCM hatte große Mühe, den in der 20. Minute gerissenen Spielfaden wieder zusammenzuknoten und rannte dem Rückstand erfolglos hinterher. Selbst Torgarant Robert Weber ließ sich anstecken und vergab klarste Chancen. Beim 22:26 (45.) schien die Sache so gut wie geritzt.

Doch die nun nachlässig werdenden Göppinger hatten die Rechnung ohne die Magdeburger gemacht. Verbissen nutzten diese die Chance, die sie eigentlich gar nicht mehr hatten und glichen durch Weber buchstäblich in letzter Sekunde per Siebenmeter zum 32:32 aus - Resultat eines unbändigen Kampfgeistes.

SC Magdeburg: Quenstedt, Green - Weber 4/2, Bezjak 5, Haaß 1, Lie Hansen 7, Jurecki 1, van Olphen 2, Rojewski, Natek 7, Sohmann, Musche 5, M. Gebala, T. Gebala

Göppingen: Prost, Marinovic - Kneule 2, Oprea 1, Schöne 1, Späth 1, Nyokas 5, Beljanski 7, Lobedank, Pevnov 1, Sesum 5, Fontaine 1, Schiller 8/5, Halén

Schiedsrichter: Immel/Klein (Ratingen). Zuschauer: 5240. Siebenmeter: SCM 2/2; Göppingen 5/5. Zeitstrafen: 2/5