Magdeburg l Kurz nach seinen Patzern hätte er sich selbst in der Luft zerreißen können - das verriet zumindest die Körpersprache von Bartosz Jurecki. Kopfschüttelnd hatte er nach den Angriff/Abwehr-Wechseln auf der Bank gesessen und mit seiner Ladehemmung gehadert. Und wie seine Teamkollegen auch, konnte der Kreisspieler am Sonntagabend nur hoffen, dass Robert Weber im alles entscheidenden Moment seine Nerven im Zaum hält und vom Strafpunkt trifft. Damit wäre in allerletzter Sekunde zumindest ein Punkt gegen die bis dahin ungeschlagenen Göppinger gerettet. Als dem so war, konnte auch Jurecki wieder lachen.

"Es war kein schönes Spiel, und wir haben vieles von dem selbst zerstört, was wir uns vorher aufgebaut hatten", erklärte der Kreisspieler mit Blick auf eine passable Vier-Tore-Führung in der 25. Minute. Doch am Ende zähle nur das Ergebnis und dass der SCM einen Punkt gewonnen habe, gab der 35-jährige Pole zu bedenken. "Als wir fünf Minuten vor Schluss mit vier Toren hinten lagen, hat kaum jemand daran geglaubt, dass wir noch etwas mitnehmen könnten. Aber wir haben an uns geglaubt, nicht aufgegeben und bis zum Ende gekämpft. Deswegen war der Punkt mehr als verdient."

Auf seine Abschlussschwäche angesprochen, war Jurecki schon wieder zum Scherzen aufgelegt. "An den Pässen hat es diesmal nicht gelegen, die waren gut", erklärte der Kreis-Koloss augenzwinkernd. Den ersten frei verworfenen Ball habe Keeper Marinovic super pariert. "Aber der zweite war echt krass. So ein Ding habe ich mir in meiner ganzen Karriere vielleicht erst zweimal geleistet. Ich hoffe, damit habe ich meine verschossenen Bälle für den Monat September weg", nahm Jurecki (1 Tore) sein Schicksal leicht.

Obwohl er längst nicht mehr so viel vom Kreis trifft, wie zu Zeiten, als die Achse Tönnesen/Jurecki Angst und Schrecken in der Liga verbreitete, macht sich Jurecki keine Sorgen. "Es ist mir egal, wie viel Tore ich mache, so lange das Gesamtergebnis stimmt. Außerdem hat sich unsere Spielweise verändert, und es ist meine Pflicht, taktisch diszipliniert und mannschaftsdienlich zu spielen." So gehöre es mehr als früher zu seinen Aufgaben, Räume für die Mitspieler freizusperren. "Und wenn der Rückraum diese so gut nutzt, wie in der ersten Halbzeit gegen Göppingen, ist das auch für mich okay", so der Routinier, der in der neuen Saison bislang nur fünf Tore zu verzeichnen hat.

Dass dies seine Position bei den Verhandlungen um eine Verlängerung des 2015 auslaufenden Vertrages schwächen könnte, glaubt er nicht: "Was die anstehenden Gespräche betrifft, bin ich optimistisch. Es ist kein Geheimnis, dass ich weiter beim SCM spielen möchte, so lange man mich lässt. Ich bin gespannt, was das Management dazu meint."

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