Magdeburg l Und jährlich grüßt das Murmeltier - so könnte es im Falle von Robert Stieglitz und Arthur Abraham spätestens im März 2015 heißen. Vieles deutet nämlich auf ein viertes Duell der Erzrivalen im kommenden Frühjahr hin.

Zumindest wäre das mit Blick auf die aktuelle Konstellation und den sich daraus ergebenden Zeitfenstern die logische Folge - aber was ist im Boxen schon logisch?", will sich Stieglitz` Promoter Ulf Steinforth lieber nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Er sei weder die WBO noch kenne er deren Pläne. "Ich habe jedenfalls noch kein Signal vom Verband, ob Robert als aktuelle Nummer eins offiziell zum nächsten Pflichtherausforderer benannt wird. Fakt ist, neun Monate nach dem Titelgewinn stünde den Regularien nach die erste Pflichtverteidigung für den Weltmeister an."

Für Stieglitz, der den WM-Titel im März dieses Jahres durch eine Punktniederlage gegen Pflichtherausforderer Abraham verloren hatte, heißt es somit abwarten und Tee trinken. Das kann er guten Gewissens, denn im Juli ist der 33-Jährige in Vorleistung gegangen: Durch technischen K.o. in der 10. Runde gegen den Weißrussen Sergey Khomitsky hat sich der Magdeburger den Interconti-Gürtel sowie in der WBO-Weltrangliste den Platz an der Sonne erkämpft. Momentan steht er im Training, laut Steinforth ist für November eine Verteidigung des Interconti-Titels geplant.


Kampf Robert Stieglitz gegen Felix Sturm denkbar

"Jetzt warte ich erstmal ab, was passiert", bleibt Stieglitz gelassen. "Arthur muss ja auch erst einmal Ende September seine freiwillige Titelverteidigung gegen den Briten Paul Smith überstehen. Ist er dann immer noch Weltmeister, stünde bald die Pflichtverteidigung an."

Dass Abraham am 27. September in Kiel als Sieger aus dem Ring geht, daran gibt es seiner Meinung nach nicht den geringsten Zweifel. "Gürtel und Titel bleiben natürlich bei mir in Deutschland", tönt der Champion vor dem Kampf gegen die schlagstarke Nummer 5 der Rangliste. Und auch Trainer Ulli Wegner (72) ist zuversichtlich: "Arthur ist immer ein wenig schludrig in der Vorbereitung, wenn es gegen leichte Gegner geht - jetzt bekommt er einen starken Kontrahenten vor die Fäuste. Ich glaube fest daran, dass Arthur diesen Kampf gewinnen wird."

Doch längst nicht mehr nur hinter vorgehaltener Hand wird auch ein Kampf Robert Stieglitz gegen Felix Sturm diskutiert. Und der wäre nicht nur aus Sicht von Steinforth vielleicht sogar viel interessanter und spannender für das deutsche Box-Publikum als Abraham/Stieglitz Teil IV. Dass das Duell der beiden bei Sat.1 unter Vertrag stehenden Ex-Weltmeister nicht aus der Luft gegriffen ist, belegen erste Annäherungsversuche. "Ja, beide Seiten zeigen Interesse", bestätigte Steinforth der Volksstimme. "Ich bin mir sicher, die Zuschauer-Quoten würden durch die Decke gehen, aber Konkretes gibt es nicht zu vermelden. Noch nicht."

Youngstar Vincent Feigenbutz ist kein Gegner

Auch Sturm, eigentlich im leichteren Mittelgewicht zu Hause, scheint nicht abgeneigt. Im Gegenteil. "Ich habe mitbekommen, dass mich Robert Stieglitz herausgefordert hat - kein Problem, jederzeit!", twitterte der 35-jährige Kölner nach Stieglitz` Sieg im Juli und nahm den Mund wie gewohnt recht voll. "Mal sehen, ob die Herausforderung ernst gemeint ist oder ob wieder mal ein Boxer und sein Team eine große Schnauze hatten und auf sich aufmerksam machen wollen."

Keine Option ist für Steinforth dagegen Vincent Feigenbutz (18). Der Sauerland-Youngster und dessen Management hatten jüngst Stieglitz herausgefordert: "Das amüsiert mich, denn wer, bitte, ist Feigenbutz? Der Junge muss erstmal noch auf die Weide und sich die Rangliste hochboxen."

Den nächsten Kampfabend hat SES für Oktober geplant. Termin und Veranstaltungsort der sogenannten "Nacht der schweren Jungs" will der Boxstall demnächst bekanntgeben.