Halberstadt l Was sich im Tagesgeschäft Regionalliga beim 0:0 gegen Aufsteiger Budissa Bautzen und beim 0:1 beim FC Carl Zeiss Jena schon andeutete und im Pokalmatch in Dölau (2:1) sowie im Freundschaftsspiel in Wernigerode (2:1) fortsetzte, bestätigte sich nun bei der 0:3-Heimniederlage der Halberstädter gegen Aufsteiger BFC Dynamo. Die Mannschaft von Trainer Achim Hollerieth kreiert zu wenige Torchancen oder scheitert regelmäßig im Abschluss.

Hollerieth, der direkt nach Abpfiff maßlos enttäuscht in die Kabine stapfte, war "absolut nicht einverstanden mit dem, was wir abgeliefert haben. Dafür muss man sich fast schon entschuldigen." Er erkannte sofort die Gründe: "Wieder einmal hatten wir kein Durchsetzungsvermögen nach vorne." Beinahe verzweifelt fügte er hinzu: "Ich habe alles Offensive aufgeboten, was wir haben, mehr gibt es nicht."

Hollerieth sprach aber nicht nur die fehlende Effektivität im Angriff an, sondern ging auch auf die Entstehung der Gegentreffer ein. "Das 0:2 und 0:3 dürfen einer Regionalligamannschaft nicht passieren. Wir sprechen vieles Woche für Woche an, machen aber oft die gleichen Fehler."

Grabinski-Schmährufe

Gästetrainer Volkan Uluc strahlte hingegen Zufriedenheit aus. "Mein Team hat an die guten Auswärtseindrücke angeknüpft. Uns war bewusst, dass es in Halberstadt auf Aggressivität und Zweikampfführung ankommen würde. Wir haben dagegengehalten und wenig zugelassen, daher ist der Sieg in dieser Höhe verdient."

Halberstadts sportlicher Leiter Stephan Grabinski redete nicht um den heißen Brei, wusste, dass "das unter dem Strich zu wenig war. Wir haben nach dem 0:1 keine Antwort gefunden. Ich würde jetzt aber nicht so weit gehen, und einigen Akteuren den Einsatzwillen absprechen. Nach dem 0:2 hätten wir noch bis Montag Abend spielen können, wir hätten kein Tor mehr erzielt". Für Grabinski war der Auftritt "ein Rätsel". Grabinski weiß, dass nun möglichst schnell Ergebnisse zählen. "Im Moment ist das eine verfahrene Kiste. Wir müssen uns darüber unterhalten und weitermachen, denn die Tabelle bekommt langsam Strukturen." Grabinski musste auch noch auf anderer Ebene nach Antworten suchen, hatten ihn doch die rund 500 mitgereisten BFC-Fans mit Schmährufen beleidigt. "Ich habe keine Ahnung warum", so Germanias Sportchef.

Hollerieth übte abschließend Selbstkritik, deutete aber auch an, sein Team noch mehr in die Pflicht zu nehmen: "Ich erwarte von meinen Spielern, dass sie sich auf dem Platz wehren, das habe ich am Sonntag nicht gesehen. Klar, der Trainer stellt die Mannschaft auf - das hat diesmal nicht funktioniert. So wie wir uns gegen den BFC in einem Heimspiel präsentiert haben, darf uns das nicht passieren." Und: "Ich erwarte von mir und der Mannschaft mehr. Es bleibt nichts weiter übrig, als weiter hart zu arbeiten."