Magdeburg l Dirk Nowitzki sehen, heißt Erfolg lernen - gerne auch auf der Leinwand. Jener Film "Der große Wurf" mit dem Superstar aus Würzburg ist in dieser Woche in den Kinos angelaufen. Und Dimitris Polychroniadis hat diese Chance genutzt, sich und den Spielern eine Vorführung darüber zu geben, "wie man auch mit schwierigen Situationen klarkommt", wie man sich "quälen muss, um Erfolg zu haben", wie man sich in ein Vereinsleben integriert, erklärte der Trainer der Otto Baskets.

Nowitzki von den Dallas Mavericks ist ein Lehrbeispiel, menschlich wie sportlich, für Amateur und Profi zugleich. Als Profi bezeichnet indes der BBC Magdeburg jeden seiner Otto Baskets, der in der neuen Saison in der 2. Bundesliga Pro B um Punkte kämpft. Aber wie im September 2013, als die Elbestädter aus der Regionalliga per Wildcard in die Pro A aufgestiegen waren, steht Polychroniadis wieder vor einem Puzzle, das noch nach Teilen sucht. Sein gedachtes Spiel, davon ist zumindest auszugehen, wird zum Auftakt am 4. Oktober bei der Baskets Akademie Weser-Ems längst nicht fertig sein.

Polychroniadis wird sich darüber nicht weiter wundern, die Vorbereitung hatte er mit zwei Spielern begonnen, inzwischen zählt er neun Akteure, drei US-Amerikaner will der Verein noch engagieren. Philipp Stachula war einer der ersten Neuen, die der BBC verpflichtete. Er kam von den finke baskets Paderborn (Pro A), er hat sich gut eingelebt in Magdeburg. "Der Verein macht bis jetzt einen guten Eindruck, viele Versprechungen, die im Vorfeld besprochen worden sind, wurden eingehalten." Nur das Team "ist leider noch nicht komplett", erklärte der 26-Jährige, der seine Stärken im Aufbau und in der Abwehr sieht.

Aus der vergangenen Saison ist indes wirklich niemand geblieben. Lamar Morinia spielt irgendwo in Südamerika demnächst, Drew Maynard spielt in Dänemark, Larry Wright und Leonard Washington spielen noch nirgendwo, Terry Tzakopoulos spielt dagegen in der dritten griechischen Liga, Richard Fröhlich beim VfL Stade (Regionalliga), Edward Seward und Jeramie Woods in Cuxhaven (Pro A), Lars Meyer bei den Hertener Löwen (Pro B) oder Nico Drägert in Ehingen (Pro A).

Die bisherigen sechs Neuzugänge Stachula, Chris Frazier (24), Joe Buck (33), Fabian Akis Orlando (23), Steven Monse (24) und Jonathan Ghebreigziabihar (23) hat Polychroniadis nach Magdeburg gelotst, weil er sie persönlich kennt, sie lange beobachtet hat, ehemalige Spieler die Empfehlung gaben oder weil Orlando sich beim Try-Out zum Engagement kämpfte. Fünf Testspiele haben die Baskets bislang bestritten, das letzte am Mittwoch bei Alba Berlin II (Regionalliga). Sie verloren 59:66, Polychroniadis hatte "viel Steigerungspotenzial" gesehen. Wie auch Stachula: "Es war ein guter Test. Alba spielt sehr aggressiv und diszipliniert. Für uns wird es noch viel zu tun geben."

Zu dem derzeit neunköpfigen Team gehört neben den sechs neuen Akteuren Robert Wendt, der zuletzt für die Regionalliga-Vertretung des BBC auflief. Und dazu gehören zwei weitere Akteure, deren Namen der Verein noch gar nicht kommunziert hat, "weil sie sich erst weiter beweisen müssen", so BBC-Geschäftsführer Toni Kohlmeyer.

Der Fan sieht spätestens im ersten Heimspiel der Saison (am 12. Oktober gegen die Seawolves Rostock) die neue Mannschaft der Otto Baskets, die allein auf dem Gespür ihres Trainers für Qualität beruht. "Joe Buck", erklärte Polychroniadis zum Beispiel, "wollten wir schon in der vergangenen Saison holen, da hatte es leider nicht geklappt." Von dem 33-jährigen Power Forward erwartet der BBC "Kraft, Dominanz und konstantes Scoring am Brett". Dirk Nowitzki lässt grüßen - aber nicht nur in dieser Hinsicht.

Denn Philipp Stachula hat den Film "Der große Wurf" ebenfalls gesehen. Was ihm besonders gefallen hat? "Es beeindruckt mich immer wieder, wie bodenständig einer der besten Basketballer aller Zeiten ist."