Magdeburg l Vor neuer Rekordkulisse von 7585 Zuschauern hatten sich beide Teams am Freitagabend einen offenen Schlagabtausch geliefert und die Platzherren aufgrund vieler guter Chancen mehrfach den Dreier vor Augen. So fiel das Fazit von Trainer Jens Härtel auch entsprechend aus: "Mit der Art und Weise, wie wir gespielt haben, war ich nicht unzufrieden. Was die Effektivität anbetrifft, haben wir allerdings noch reichlich Luft nach oben."

Das trifft besonders auf Christian Beck zu. Dem Toptorjäger, der noch in der vergangenen Saison 22 Treffer erzielte, klebt derzeit das Pech an den Stiefeln. Ein mageres Törchen steht nach sechs Spieltagen zu Buche. Vor einem Jahr waren es zum gleichen Zeitraum sechs. Frustriert wurde der 26-Jährige nach 77 Minuten ausgewechselt.

Zum Glück für den FCM macht es der zweite Torschütze vom Dienst, Lars Fuchs, besser. Der Ausgleich gegen Wacker war schon sein viertes Saisontor. "Natürlich freue mich über einen solchen Lauf. Ich bin mir aber sicher, dass auch ,Beckus` bald wieder trifft", erklärte der Routinier und schob hinterher: "Ich muss mich dabei auch ein wenig an die eigene Nase fassen, denn ich habe ihm zuletzt zu wenig Bälle aufgelegt."

In der Tat hat Beck schon wiederholt von den Ideen und Vorlagen seines kongenialen Partners profitiert.

So blieb es an diesem Abend bei nur einem FCM-Treffer. Dabei hatten die Elbestädter lange einem Rückstand hinterherlaufen müssen. "Wir haben aber immer an uns geglaubt und insgesamt ein Klassespiel abgeliefert", sagte Kapitän Marius Sowislo und wies noch auf einen Unterschied zur Vorsaison hin: "Da haben wir enge Spiele wie beispielsweise gegen Neustrelitz verloren (1:2/d. Red.). Mittlerweile ist die Mannschaft weiter gewachsen, noch gefestigter."

Sowislo vergaß nicht die "überragende Kulisse" zu erwähnen, vor der es besonderen Spaß macht und die zusätzlich motiviert.

Allerdings hatten die Ultras das vor zehn Tagen kurzfristig vereinbarte und von der Öffentlichkeit unbemerkte Testspiel bei RB Leipzig II (2:2) nicht vergessen und ihrem Unmut mit einem entsprechenden Plakat vor Spielbeginn Luft gemacht: "Heimlich, still und leise - Ihr habt doch wohl ne Meise".

Zurück zum aktuellen Geschehen: Zwar musste der Club durch das 1:1 im Aufstiegsrennen einen Dämpfer hinnehmen und fiel nach den Sonntagsbegegnungen auf Platz sieben zurück, doch beträgt der Rückstand auf Spitzenreiter FSV Zwickau weiterhin nur drei Punkte. Und der FCM hat bekanntlich noch ein Nachholspiel (in Zwickau).

Seit Freitag dürfte aber eines auch feststehen: Nordhausen spricht bei der Titelvergabe ein gehöriges Wörtchen mit. Selten hat sich ein Gast so stark präsentiert, wenngleich Coach Jörg Goslar den Ball flachhielt: "Es ist erstaunlich, dass wir im zweiten Regionalligajahr in der Lage sind, in Magdeburg ein Spitzenspiel zu inszenieren."