Magdeburg l Eine lange Leidenszeit ist vorbei: Dem Magdeburger Tennis-Profi Martin Emmrich geht es nach zahlreichen gesundheitlichen Rückschlägen endlich wieder besser. Ursache war eine zunächst nicht diagnostizierte Milch-Allergie.

"Bei einem Turnier im Fe-bruar in Brasilien hab ich mir vermutlich einen Virus eingefangen. Danach ging`s bergab", erzählt der 29-Jährige, der nach eigener Aussage neun Ärzte, u.a. in den USA, zwei Tropeninstitute aufgesucht und mehrere tausend Euro ausgegeben hatte. Vergeblich. "Am Ende hieß es, ich hätte ,Burn-out`, was ich nicht wahrhaben wollte." Und: "Es war zwischendurch so schlimm, dass ich vor Schwäche nicht mehr Auto fahren, insgesamt neun Wochen keinen Sport ausüben konnte." Einigermaßen beruhigend fand der Doppel-Spezialist, dass Herz, Lunge und Nieren nicht betroffen waren. Dann suchte Emmrich den Kölner Ernährungsexperten Dr. Jens Freese auf, und der stellte eine Laktose-Intoleranz, also eine Milch- Allergie, fest. Das war die Wende. Emmrich stellte komplett seine Ernährung um, ließ fortan alle Milchprodukte weg (was ihm mitunter sehr schwerfiel) und tankte wieder neue Kraft.

Anfang August, rund drei Wochen vor den US Open, fühlte er sich "so stark wie lange nicht mehr". Doch in New York kam der nächste Dämpfer. Nach überstandener erster Runde hatte er plötzlich knapp 40 Grad Fieber ("Vermutlich durch die Klimaanlage im Hotel") und in der zweiten Runde logischerweise keine Chance. Emmrich musste sogar seinen Rückflug nach Deutschland verschieben und lag erneut flach.

Erst seit zwei Wochen befindet sich der Linkshänder wieder im Trainingsbetrieb und nimmt jetzt am Turnier in Orleans (Frankreich) teil.

Neuer Doppelpartner ist Gero Kretschmer (29), mit dem er schon seit sieben Jahren in Solingen unter Karsten Saniter trainiert. "Nach so langer Zeit geht man sich entweder gewaltig auf den Sack oder baut zusammen etwas auf. Wir haben uns für Letzteres entschieden", schmunzelt der 29-Jährige, der bei den US Open noch mit dem Tschechen Lukas Rosol zusammenspielte: "Das lag daran, dass ich einen Partner brauchte, der genug Punkte besaß, um überhaupt antreten zu dürfen", berichtet Emmrich. Er selber ist inzwischen weit zurückgefallen, belegt derzeit nur noch Platz 93 der Doppel-Weltrangliste. Sein höchstes Ranking war Anfang August 2013 Position 35.

Das Jahr 2014 hat Emmrich quasi abgehakt, glaubt aber, dass er in der Lage ist, wieder zu alter Stärke zurückzukehren. Und: "Das Verrückte ist, dass ich trotz meiner gesundheitlichen Probleme noch 70 000 Dollar verdient und damit mein zweitbestes Ergebnis erzielt habe."

Privat läuft dagegen alles super. Nachdem er seiner holländischen Lebensgefährtin Michaella Krajicek, ebenfalls Tennis-Profi, im Sommer in s`Hertogenbosch auf dem Court einen Heiratsantrag gemacht und sich verlobt hatte (Volksstimme berichtete), ist für 2015 die Hochzeit geplant. Emmrich: "Auf einem Schloss in Prag, nach Wimbledon. Mehr verraten wir noch nicht."